Ferkelproduktion: Durch genaues Arbeiten zu mehr Erfolg!

Hygiene spielt in allen Bereichen der Schweineproduktion eine entscheidende Rolle. Ohne sorgfältiges, sauberes und konsequentes Arbeiten lässt sich kein nachhaltiger Erfolg erzielen.
Durch hygienisches Arbeiten lassen sich die Fruchtbarkeitsergebnisse verbessern.
Durch hygienisches Arbeiten lassen sich die Fruchtbarkeitsergebnisse verbessern.
In der Ferkelerzeugung ist die Anzahl der Ferkel die wichtigste Grundlage für die Wirtschaftlichkeit. Die Ferkelzahl wird nicht nur durch die Genetik sondern hauptsächlich durch dass Besamungsmanagement beeinflusst.

Besamungsmanagement
Der Befruchtungserfolg wird im Wesentlichen von drei großen Faktoren beeinflusst: der Sau, dem Eber und dem Menschen. Der Landwirt dabei durch sein Besamungsmanagement einen sehr großen Einfluss hat. Fütterung, Haltung, Stallklima, Besamungszeitpunkt und vor allem hygienisches Arbeiten bestimmen darüber, ob dass genetische Potential genutzt werden kann. Es ist davon auszugehen, dass nur die 10 % der besten Betriebe diese Top-Leistungen abrufen können. Dies sollte ein Ansporn für alle anderen Betriebe sein.

Übertragung von Krankheiten mit Sperma
Bei Besamungsstationen wird sehr streng auf die Gesundheit der Eber geachtet. Alle Eber müssen eine Quarantäne mit durch eine EU-Richtlinie vorgeschriebenen Untersuchungen durchlaufen. Darüber hinaus führen einige Besamungsstationen noch weitere Untersuchungen auf PRRS, Leptospiren oder Chlamydien durch. Dadurch kann das Risiko der Krankheitsübertragung auf ein Minimum reduziert werden. Eber, die direkt am Betrieb gehalten werden, sind oft auf Grund ihres Kontakts zu vielen anderen Schweinen im Deckzentrum eine Drehscheibe für Infektionen.
Es ist auch strikt davon abzuraten Sperma „vom Nachbarn“ zu beziehen. Dadurch ist schon so manche Krankheit in den Betrieb eingeschleppt worden. Im Gegensatz dazu unterliegen Besamungsstationen strengen Auflagen, die Tiergesundheit betreffen. Beim Spermazukauf von einer Besamungsstation ist davon auszugehen, dass der Landwirt kontrollierte Qualität erhält.

Fazit
Viele Faktoren spielen eine entscheidende Rolle bei der Erzielung hoher Ferkelzahlen. Einige liegen außerhalb des Einflussbereichs des Landwirts, viele können allerdings direkt durch ihn beeinflusst werden. Oftmals sind die Fehlerquellen nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Selten rauschen ganze Sauengruppen um, vielmehr sinkt die Anzahl an gesamt geborenen Ferkeln. Das Auffinden der Fehler ist meist langwierig, doch auf alle Fälle wirtschaftlich lohnend.

Autorin: Dr. Bettina EXEL, SchweineBeratung Steiermark (SBS) und Schweinebesamung Gleisdorf


Aktualisiert am: 24.11.2008 16:18
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