Ferkelproduktion: „All you can eat“ im Sauenstall

In 30 Monaten läuft die Übergangsfrist aus und die Gruppenhaltungspflicht bei trächtigen Sauen tritt in Kraft. Für bislang Unentschlossene könnte die Sattfütterung eine mögliche Alternative darstellen.
Bis zum 80. Trächtigkeitstag ist mit einem Kilogramm Mehrverbrauch pro Tag zu rechnen.
Bis zum 80. Trächtigkeitstag ist mit einem Kilogramm Mehrverbrauch pro Tag zu rechnen.
„Ad libitum“ stammt aus dem Lateinischen und heißt so viel wie „nach Belieben“. Nach Belieben können die Sauen im gleichnamigen Gruppenhaltungsverfahren ihr Futter aufnehmen. Die Satt- oder Ad-Libitum-Fütterung ist jenes Gruppenhaltungsverfahren mit den geringsten Investitionskosten. Aus diesem Grund und vor dem Hintergrund der auslaufenden Übergangsfrist zur Gruppenhaltung gewinnt die Sattfütterung an Attraktivität. Allerdings wirft dieses Haltungssystem in der Praxis noch etliche Fragen auf. Nicole und Josef Himmelfreundpointner aus Aschach an der Steyr haben bereits sechs Jahre Erfahrung mit diesem System. Hier suchen wir nach Antworten.

Welche Stallbaulösung ist empfehlenswert?
Josef Himmelfreundpointner hält die trächtigen Sauen in der Gruppe auf Stroh. Der höher gelegene Fressbereich ist mit Vollspalten ausgelegt, der Liegebereich mit Stroh. Da mit dem 5-Wochen-Rhythmus gearbeitet wird, werden die Tieflaufbuchten im Zuge der Umstellung alle 5 Wochen mittels Hoftrac ausgemistet und neu eingestreut. Hierbei reicht ein Strohballen für 5 Wochen. Der Landwirt ist damit zufrieden: „Die Gruppierung der Sauen läuft sehr ruhig ab. Es gibt wenig Auseinandersetzungen.“ Das Stroh als Beschäftigungsmaterial sowie die Sattfütterung seien die Gründe dafür, so Himmelfreundpointner, der aber betont, dass Stroh bei der Ad-Libitum-Fütterung nicht zwingend notwendig ist. Zur Futteraufnahme wurden große Rundtröge mit tiefen Schalen angeschafft, damit Futterverluste durch Herauswühlen vermieden werden. Da bei der Sattfütterung von Sauen nur Trockenfutter in Frage kommt, ist ein Tier:Fressplatzverhältnis von 4:1 einzuhalten. Besonders wichtig ist, dass Wasser und Futter innerhalb der Bucht weit voneinander entfernt angeboten werden. Befindet sich die Wasserversorgung in unmittelbarer Nähe zum Futterautomaten, so ist mit einem höheren Futterverbrauch zu rechnen.

Wie kann man die Abferkelleistung hoch halten?
„Die Geburten dauern bei uns am Betrieb durchschnittlich 4 Stunden pro Sau, und der Anteil der Sauen mit Milchfieber liegt bei 7 %“, stellt Josef Himmelfreundpointner klar. An seinem Betrieb wirke sich die Sattfütterung jedenfalls nicht auf die Abferkelleistung aus, so der Betriebsleiter. Wichtig dafür seien das Geburtsvorbereitungsfutter und die Bewegungsmöglichkeit in der Gruppe. Mit 12 % Umrauschern und 23,8 abgesetzten Ferkeln können sie trotz schwieriger Tierbeobachtung in der Gruppenhaltung zufrieden sein, so Nicole und Josef Himmelfreundpointner.

Autor: Roman GOLDBERGER, Rainbach


Aktualisiert am: 06.05.2010 14:30
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