Ferkelkrankheiten: Durchfall im Stall besser vorbeugen als heilen

Durchfälle in den ersten Lebenstagen setzen Saugferkeln heftig zu. Die Ferkel verlieren sehr viel Flüssigkeit. Auch wenn die Ferkel weiter Milch aufnehmen und die Sauglust ungebrochen scheint, sterben die Tiere meist innerhalb kürzester Zeit an Austrocknung und Kreislaufversagen.
Biestmilch ist der beste Schutz gegen Saugferkeldurchfall

Zusätzlich zur antibiotischen Behandlung sollte man täglich zweimal eine frisch angesetzte Elektrolyttränke in einer sauberen Schale anbieten. Der beste Schutz gegen Durchfallerkrankungen bei Saugferkeln ist Muttermilch. Mindestens 300 g Kolostrum sollte das Ferkel innerhalb der ersten 24 Lebensstunden aufnehmen. Sind mehr als 14 Ferkel an der Sau, hilft es, die satten (erstgeborenen) Ferkel kurzfristig abzusperren, um den hungrigen Wurfgeschwistern den Zugang zur Milchquelle zu ebnen. Denn gerade die schwächeren Tiere brauchen genügend Kolostrum, um über die in der Muttermilch enthaltenen Antikörper vor Durchfallerkrankungen gefeit zu sein.

Typische Durchfallerreger: E. Coli und Clostridien

Typische Durchfallerreger im Abferkelabteil sind Eschericha coli und Clostridien. Die Infektion erfolgt über „ausscheidende Muttertiere, feuchte und kotbedeckte Liegeflächen, verunreinigte Tränken sowie schlecht gereinigte und desinfizierte Abferkelställe, die womöglich auch noch durchgängig belegt sind (kein Rein-Raus-Verfahren).“ Vorbeugend gegen diese Erreger hilft eine Kombi-Impfung der Muttertiere. Werden Clostridien festgestellt, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:
- Impfung des gesamten Sauenbestandes einschließlich der Jungsauen. Geimpft wird zweimal, wobei die letzte Impfung zwei Wochen vor dem Abferkeln erfolgen sollte
- Antibiotische Versorgung aller bereits erkrankten Würfe einschließlich der noch ausstehenden Würfe ungeimpfter Sauen

Kontrollierte Biestmilchaufnahme, Hygiene und Impfprophylaxe führen meist zum Erfolg

Greifen die gezielte Kolostrumaufnahme der Ferkel, ein striktes Hygienemanagement und die Impfprophylaxe ineinander über, so lassen sich Clostridien- und Coli-bedingte Durchfälle bei säugenden Ferkeln wirksam im Keim ersticken.


Landwirt-Tipp: Um den Ferkeln die verlorengegangene Flüssigkeit und die benötigten Mineralstoffe zuzuführen bewährt sich die Gabe einer Elektrolytlösung. Diese gibt es fertig zu kaufen. Sie können sie aber auch selber einfach mischen:

2 Liter Wasser werden

10 g Kochsalz (1 TL) und

100 g Traubenzucker (ca. 14 TL) aufgelöst.

(Quelle: „Infektiöse Ferkeldurchfälle: Besser vorbeugen als heilen“ von Dr. Friederike Schmelz in Neue Landwirtschaft 5/09, S. 70 - 72)


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Aktualisiert am: 28.05.2009 07:14

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