Ferkelkastration ab 2011 mit Schmerzbehandlung

Die Ferkelkastration war ein zentrales Thema der diesjährigen Mitgliederversammlung des Verband Österreichischer Schweinebauern (VÖS). Zur Verbesserung des Tierschutzes soll der Eingriff ab 2011 mit Schmerzbehandlung durchgeführt werden.
Diskussion zur Kastration aktiv mitgestaltet

Bereits in der Vergangenheit gab esimmer wieder aufkeimende Diskussion, vor allem in Tierschutzkreisen, welche die geübte Praxis der Ferkelkastration massiv verurteilten. Der VÖS hat sich sofort konstruktiv in die Diskussion eingebracht und alle Betroffenen eingebunden. In manchen anderen Staaten wurden aus Panik völlig unpraktikable Methoden wie zum Beispiel die Kastration mit CO2 oder Isofluran eingeführt und massives Lobbying der Firma Pfizer für ihren Impfstoff gegen Ebergeruch hat die Diskussion weiter verschärft.

Branchenvereinbarung als Basis für VÖS Beschluss

Das Gesundheitsministerium hat Anfang 2010 die Arbeitsgruppe ‚Schwein‘ im Tiergesundheitsdienst beauftragt, die Alternativen zur derzeitigen Form der chirurgischen Kastration auf Praxistauglichkeit, Tierschutzrelevanz und rechtliche Umsetzbarkeit zu hinterfragen. Auf Basis der Empfehlungen dieser Arbeitsgruppe wurde in einer Sitzung der ARGE Fleischproduktion Ende April, mit Vertretern der Landwirtschaftskammer Österreich, der Wirtschaftskammer (Schlachtbetriebe, Fleischwirtschaft, Fleischverarbeitende Industrie), des Lebensmittelhandels, der Veterinäruniversität Wien, des TGD Österreich und des Verband Österreichischer Schweinebauern, die Anwendung von Schmerzmittel bei der Kastration, als die am besten geeignete Methode, um die geübte Praxis der Ferkelkastration weiterzuentwickeln, angesehen. Zudem wurde von den Vertretern in der Branchenvereinbarung klargestellt, dass die Kastration männlicher Ferkel eine zuverlässige Methode zur Sicherung der Fleischqualität darstellt, auf die zum aktuellen Zeitpunkt nicht verzichtet werden kann.

Schmerzbehandlung ab 2011

Der Verband Österreichischer Schweinebauern bekennt sich zu dieser Maßnahme der Schmerzmittelbehandlung zur Verbesserung des Tierschutzes. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen des TGD. Die Verbände des VÖS nehmen die Verpflichtung zur Durchführung der Ferkelkastration mit Schmerzmitteleinsatz in ihre Produktionsbestimmungen auf. Die derzeit zugelassenen Mittel können im Rahmen des Betreuungsverhältnisses im TGD an den Tierhalter abgegeben und vom Tierhalter angewendet werden. Bis Jahreswechsel werden die Tierhalter im Rahmen einer Informationskampagne über die Neuerungen zur Ferkelkastration und über die fachgerechte, hygienische Durchführung aufgeklärt. (Quelle: VÖS -GF Georg Mayringer)


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Aktualisiert am: 21.06.2010 07:17
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