Ferkelkastration: CO² Narkose stresst Ferkel

In den Niederlanden wird die CO²-Narkose als Alternative zur betäubungslosen Kastration von Saugferkeln angewendet. Ob sie die Forderung nach Stressreduktion erfüllen kann, sollte ein Versuch an der veterinärmedizinischen Fakultät der LMU München zeigen.
Insgesamt wurden 227 Ferkel im Alter zwischen drei und sechs Tagen in vier Gruppen eingeteilt. In zwei Kontrollgruppen wurden die Ferkel lediglich mit (Gruppe C) bzw. ohne CO²-Narkose (Gruppe A) fixiert.Der Adrenalin-Anstieg in der Gruppe „mit Narkose“ deutet auf Stress hin. Tiere der beiden anderen Gruppen wurden hingegen kastriert, entweder mit (Gruppe D) oder ohne Narkose (Gruppe B). Für die Bestimmung der Stressparameter Cortisol, Noradrenalin und Adrenalin wurden in festgelegten Zeitabständen Blutproben gezogen.

Schmerzlindernder Einfluss

Die unter CO²-Narkose kastrierten Ferkel (Gruppe D) wiesen nach der Behandlung geringere Cortisolgehalte auf, was auf einen gewissen schmerzlindernden Einfluss hinweist. Eine halbe Stunde nach der Kastration betrug dieser in der Gruppe D (ohne Narkose) genau 391,2 nmol/l, während er im Falle einer vorherigen Betäubung bei 340/7 nmol/l lag.

CO²-Narkose führt zu einer zusätzlichen Stressbelastung

Die CO²-Narkose führt jedoch zu einer zusätzlichen Stressbelastung, wie die Verläufe der Adrenalin- und Noradrenalingehalte zeigen. So hatten das Fixieren der Ferkel und die Kastration nur geringe Auswirkungen auf den Adrenalinspiegel. Allein das Betäubungsverfahren führte zu einem deutlichen Anstieg der Stressbelastung.

Fazit: Die CO²-Narkose kann die Forderung nach Stressreduktion im Zuge der Kastration nicht erfüllen. Sie führt aber postoperativ zu einem gewissen positiven Effekt auf kastrationsbedingte Schmerzen.


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Aktualisiert am: 06.10.2009 09:20
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