Ferkelhaltung: Kampf dem Absetzdurchfall

Durchfall und Ödemkrankheit beim Absetzen sind ein wirtschaftlich bedeutendes Problem in der modernen Schweinehaltung. Zur Bekämpfung und Prophylaxe dieses Symptomkomplexes müssen dessen Ursachen bekannt sein. Der folgende Beitrag gibt Auskunft darüber.
In der Absetzphase ist eine Mindestraumtemperatur von 30°C notwendig. Liegen die Ferkel übereinander, ist es zu kalt.
In der Absetzphase ist eine Mindestraumtemperatur von 30°C notwendig. Liegen die Ferkel übereinander, ist es zu kalt.
Der Darm stellt für das Schwein eine sehr große Kontaktfläche zur Außenwelt dar. Die Darmgesundheit zu stabilisieren, ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Erhaltung der Tiergesundheit. Absetzdurchfall und Ödemkrankheit werden nicht alleine durch eine Infektion mit toxinbildenden E.Coli-Bakterien verursacht.

Nichtinfektiöse Ursachen
Oftmals sind es nicht infektiöse Ursachen, wie zum Beispiel ein nicht dem Alter der Ferkel entsprechendes Futter in der Absetzphase, die dem Erreger die Möglichkeit geben sich massiv zu vermehren und daraufhin die Schädigungen hervorzurufen. Zur Erläuterung teilen wir die Erkrankung in zwei Ursachenbereiche: Die nichtinfektiösen Ursachen und die infektiösen Ursachen.

Fütterung
Das Ferkel hat nach dem Absetzen mit großen Veränderungen zu kämpfen. Während der Säugephase erhält das Ferkel von der Sau hochverdauliche Milch. Im Darm ergibt sich dadurch ein niedriger pH-Wert. Bei einem niedrigen pH-Wert können sich Colibakterien nicht gut entwickeln. Das Ferkel ist gegen Coli-Infektionen geschützt, falls nicht andere Infektionen (z.B Kokzidien) das Darmmileau stören. Nach dem Absetzen muss sich der Ferkeldarm von Milchkost auf Pflanzenkost umstellen. Dadurch und durch den Wegfall der Muttermilch kommt es zu einem Anstieg der pH-Wertes im Darm. Diese Veränderungen im Darmmileau können Coli-Bakterien überhand nehmen lassen. Es kommt zu einer massiven Vermehrung der Coli-Bakterien. Diese führen zu einer Störung des Darmhaushaltes und Bildung von Giftstoffen. Die Symptome reichen von massivem Durchfall, bis hin zur Vergiftung des Ferkels mit Giftstoffen, dem so genannten Coliödem.

Die erste Minute zählt!
Wichtig ist immer, sofort zu therapieren, also nicht zu lange warten. Bei Colidurchfall bzw. Coliödem kann eine zu späte Therapie zu massiven Verlusten führen.
Als Differentialdiagnosen müssen Kokzidiose, PIA und Salmonelleninfektionen in Betracht gezogen werden. Diese Erkrankungen können auch in der Absetzphase Probleme mit Durchfall bereiten.

Wichtige Regeln der Therapie:
- Mit Therapie sofort bei ersten Anzeichen der Erkrankung beginnen
- Antibiotika hoch dosieren
- Alle Ferkel, die nicht mehr vollkommen gesund erscheinen, mit Antibiotika injizieren (kranke Ferkel fressen weniger und nehmen damit zuwenig Antibiotika über das Futter auf)
- Elektrolytlösungen anbieten
- Proben für Laboruntersuchungen vor der 1. Therapie entnehmen

Von Dr. Matthias UNTERSPERGER, VET Praxis GmbH, Bad Hall


Aktualisiert am: 14.01.2008 11:41
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