Ferkelfütterung verlangt Professionalität

Eine leistungsorientierte Ferkelfütterung ist notwendig, um das Wachstumspotential der Ferkel voll auszunutzen. Was im Ferkelalter verspielt wird, kann in der späteren Mastperiode nicht mehr gutgemacht werden. Nur wer genau beobachtet und frühzeitig Probleme erkennt, kann Ausfälle und Wachstumseinbußen verhindern.
Die Milchleistung der Sau ist entscheidend für das Ferkelwachstum.
Die Milchleistung der Sau ist entscheidend für das Ferkelwachstum.
Ferkel zeigen in den ersten Lebenswochen eine enorme Gewichtsentwicklung und müssen sich dabei von Muttermilch auf feste Futterkomponenten umstellen.
Eine bestmögliche Aufzuchtleistung wird durch ein hohes Geburtsgewicht der Ferkel, genügend Wärme, eine gute Milchleistung der Sau, frisches Trinkwasser, eine frühzeitige Ferkelbeifütterung sowie eine gut funktionierende Aufzuchtfütterung erreicht.
Optimal aufgezogene Ferkelpartien sollen im Durchschnitt mit maximal elf Wochen Aufzuchtdauer das Verkaufsgewicht von rund 31 – 32 kg Lebendgewicht erreicht haben.

Tipps zur Ferkelfütterung
· Futterqualität und -hygiene ständig überprüfen (Ferkel brauchen Lebensmittelqualität)
· Wasserversorgung ab dem ersten Lebenstag sicherstellen
· Die Verdauungsenzyme der Ferkel müssen trainiert werden
(Frühes Anfüttern und durchgängige Futterkomponenten wählen)
· Einfache Futterkonzepte vorziehen
· Runde Rationen - fließende Übergänge, so wenig Futterumstellungen wie möglich
· Rohfaser und Diätetik nicht vernachlässigen, Futter nicht zu fein vermahlen
· Sonderfutter ist meist nicht notwendig und oftmals sehr teuer
· Ferkelfutter mit wenig Säurebindung und entsprechender Strukturwirkung bevorzugen
· Mineralstoffmischungen mit geringer Pufferkapazität (Hochwertige Ca-P-Träger und Phytaseeinsatz) verwenden
· Rohproteinabsenkung und Einsatz von synthetischen Aminosäuren
· Säurezusätze - speziell in der Absetzphase sind sinnvoll
· Futterverluste vermeiden
· Genügend Fressplätze vorsehen
· Pelletiertes Futter bei Ödemkrankheiten vermeiden
· Einsatz von Ferkelerde oder Ferkeltorf
· Genügend Tränken anbieten (für 10 Ferkel mindestens eine Tränke)
· Kurz vor der Stallbelegung Tränken etwas rinnen lassen, damit frisches Wasser in den Leitungen nachkommt
· Tränkehöhen und Tränkedurchflussrate (0,5 – 0,8 Liter pro Minute) kontrollieren und anpassen

Autor: Ing. Rudolf SCHMIED, SchweineBeratung Steiermark (SBS), Gleisdorf


Aktualisiert am: 18.07.2008 10:38
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