Ferkelerzeugung: Umrauschern auf der Spur

Umrauschende Sauen und Tiere, die bei der Trächtigkeitskontrolle negative Befunde liefern, verursachen durch einen Anstieg der Verlusttage unerwünschte Kosten. Woran kann es liegen, wenn Sauen nicht tragend werden?

Exakte Aufzeichnungen über Zeitraum und Zeitspanne des Umrauschens beziehungsweise über „leere Tiere“ oder „Durchläufer“ geben Aufschluss über mögliche Ursachen des Umrauschens.
Exakte Aufzeichnungen über Zeitraum und Zeitspanne des Umrauschens beziehungsweise über „leere Tiere“ oder „Durchläufer“ geben Aufschluss über mögliche Ursachen des Umrauschens.
Die Tage, an denen Sauen unproduktiv im Bestand stehen, kosten den Landwirt bares Geld. Nach Berechnungen der Landwirtschaftskammer Westfalen – Lippe tritt durch einen Leertag ein Verlust von 3,30 € ein, einmaliges Umrauschen bedeutet demnach 57,07 € Verlust.

Besamung optimieren
Bei den zyklischen Umrauschern hat meist der Zeitpunkt der vorausgegangenen Belegung oder Besamung nicht gestimmt oder das eingesetzte Ebersperma hat nicht befruchtet. Ein häufig beobachteter Fehler besteht in zu weiten Abständen zwischen den künstlichen Befruchtungen der Sau. Deshalb sind maximale Abstände von 16 Stunden bei Jungsauen und 18 Stunden bei Altsauen zwischen erster Besamung und nachfolgenden Besamungen empfehlenswert. Bei Anwendung der künstlichen Besamung ist es von Vorteil, den Ebersamen von einer ausgewiesenen Station zu beziehen, die seriöse Angaben zur Qualitätskontrolle und Befruchtungsfähigkeit macht. Bei der Lagerung des flüssig konservierten Spermas ist die optimale Umgebungstemperatur zu gewährleisten. Sie liegt bei 16 bis 18°C.

Azyklische Umrauscher
Bei den azyklischen Umrauschern sowie leeren Sauen liegen kompliziertere Vorgänge zu Grunde. Nicht selten wurden bei ihnen in der vorausgegangenen Rausche Eizellen befruchtet und auch für eine kurze Zeit in der Gebärmutterschleimhaut eingenistet. Aus vielerlei Gründen können sie danach absterben, sei es wegen ihrer zu geringen Anzahl oder Qualität, wegen einwirkender Stressfaktoren wie Hitze, Gruppenhaltung oder Temperaturschwankungen im Stall, oder in Folge von Infektionen, zum Beispiel durch nicht sachgemäße oder fehlende Schutzimpfung gegen Parovirose oder durch Mykotoxin–Einwirkung über das verabreichte Futter. Beim beschriebenen embryonalen Fruchttod kann es in den genannten Fällen dazu kommen, dass sich die für den Trächtigkeitsschutz verantwortlichen Gelbkörper an den Eierstöcken nicht zurückbilden.

Autoren: DI Johannes HILGERES, Landesverband Rheinsicher Schweinezüchter, Meckenheim (D) und Prof. Dr. Uwe HÜHN, Schwarzenborn (D)




Aktualisiert am: 07.07.2008 11:01
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