Ferkelerzeugung: Geburten im Blick behalten

Eine hohe Zahl abgesetzter Ferkel pro Sau und Jahr gehört zu den Hauptkriterien einer ökonomischen Sauenhaltung bzw. Ferkelproduktion.
Neben der Wurfgröße und dem Geburtsgewicht wird die Zahl der lebend geborenen Ferkel maßgeblich durch den Zeitabstand zwischen der Geburt der einzelnen Ferkel bestimmt. Bei Untersuchungen in einem mitteldeutschen Zuchtbetrieb zeigte sich, „dass das Risiko für tot geborene Ferkel deutlich ansteigt, je mehr Tiere geboren werden und je länger der Abstand zwischen der Austreibung zweier Ferkel ist.“

Zustand der Nabelschnur bei der Austreibung beobachten

Bei lebend geborenen Ferkeln beträgt der Abstand, in dem die Ferkel geboren werden, durchschnittlich 21 Min. Folgt ein bereits im Mutterleib verendetes Ferkel, erhöht sich die Zeitspanne auf 33 Min. Allerdings sind „die Schwankungen für diese Parameter sehr hoch.“ Weiteres wichtiges Detail ist der Zustand der Nabelschnur. Bei den meisten lebend geborenen Ferkeln ist die Nabelschnur zum Zeitpunkt der Austreibung noch intakt. Sie versorgt das Ferkel während der Geburt mit Sauerstoff und Nährstoffen. „Zum Zeitpunkt der Austreibung ist speziell die ausreichende Zufuhr von Sauerstoff lebensnotwendig.“ Ferkel, die mit einer intakten Nabelschnur das Licht der Welt erblicken, sind in der Regel vitaler und nehmen eher Kolostrum auf als ihre Wurfgeschwister mit vorzeitig gerissener Nabelschnur. Eine vorzeitig gerissene Nabelschnur tritt häufig in Verbindung mit einem verlängerten Zeitraum zwischen den Geburten der einzelnen Ferkel auf. Folge: Die Ferkel sind während der Ausreibungsphase ohne Sauerstoffzufuhr und ersticken. Für die Praxis bedeutet das: Geburtsunterstützende Maßnahmen bei stockendem Geburtsverlauf sollten zügig eingeleitet werden.

Mehr tot geborene Ferkel bei größen Würfen

Die Dokumentation der Geburten ergab außerdem, dass bei sehr großen Würfen ab dem 13. Ferkel statistisch jedes fünfte Ferkel tot geboren wird. Dabei spielt das geringe Geburtsgewicht dieser im Mittel deutlich leichteren Ferkel eine große Rolle. (Quelle: www,deuka.de; „Geburten im Blick behalten“ von Dr. Kathleen Fischer und Hannes Schlegel)


Aktualisiert am: 25.10.2010 07:45
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