Ferkel jetzt einstellen

Die Situation am Schweinemarkt ist für die Bauern wenig befriedigend: Die Erzeugerpreise für Schweine sind niedrig, die Produktionskosten durch hohe Futtermittelpreise gestiegen. Hermann Schultes, Präsident der Landwirtschaftskammer NÖ, ermutigt die Bauern, genau jetzt Schweine einzustellen.
Schultes: Trotz niedriger Erzeugerpreise Ferkel jetzt einstellen
Schultes: Trotz niedriger Erzeugerpreise Ferkel jetzt einstellen
Während sich die Getreideproduzenten über steigende Erzeugerpreise freuen, stöhnen die Schweineproduzenten unter den dadurch gestiegenen Futtermittelkosten. Hinzu kommt, dass der Mastschweinbasispreis mit Euro 1,26 pro Kilo sehr niedrig ist, bei Ferkeln sogar nur bei Euro 1,45 pro Kilo liegt.

Schweine jetzt einstellen

Der Schweinmarkt ist ein liberaler Markt. Das Produktionsvolumen passt sich der Marktsituation an. Schultes: „Am freien Markt gehören Hochs und Tiefs zum Geschäft. Die Schweinehalter leben schon lange mit den stark schwankenden Schweinepreisen“, weiß Schultes, „die Schweinhaltung ist ein langfristiges Geschäft, ihre Erträge müssen im mehrjährigen Schnitt betrachtet werden. Da ist die Schweinemast ein sich lohnender Betriebszweig“. Schultes ermutigt die Bauern, trotz schwieriger Marktsituation Schweine einzustellen, die Ferkel seien zum Leidwesen der Ferkelproduzenten schon lange nicht mehr so billig zu haben gewesen. Nach Meinung von Experten würden die Mastschweinepreise aufgrund der Marktgegebenheiten auch wieder steigen: „Die Schweinepreise werden die Futtermittelkosten mittelfristig ausgleichen und Asien kommt gerade erst auf den Geschmack unserer Qualitätsschweine. Schweinehaltung zahlt sich langfristig auf jeden Fall aus. Auch die Umstellung auf Bio in der Schweinehaltung ist eine echte Alternative.“.

Verbesserte Investitionsförderung

In der neuen Förderperiode ländliche Entwicklung 2007-2013 sind verbesserte Investionsförderung für Stallbauten als zusätzlicher Anreiz vorgesehen. Wurden bisher für den Großteil der Stallbauten im Schweinbereich zwischen 9 und 18 Prozent gefördert, so sind jetzt zumindest 25 Prozent Investitionsförderung geplant. Für Bio-Produzenten sind sogar 35 Prozent vorgesehen.

Unsere Konsumenten nicht dem Ausland überlassen

Aufgrund der steigenden Getreidepreise haben sich nicht nur die Ausgaben für Futtermittel erhöht, viele Bauern überlegen auch, ihren Mais zu verkaufen, anstatt ihn zur Verfütterung zu bringen. Leer stehende Ställe und ein erhöhter Exportzwang für die heimischen Ferkelproduzenten wären die Folge.

„Wer jetzt aus der Schweineproduktion aussteigt, lässt nicht nur sein betriebliches Kapital brach liegen“, warnt Schultes. „Wir dürfen auch unsere Konsumenten nicht im Stich lassen. Der heimische Lebensmittelhandel setzt vor allem im Frischfleischbereich auf heimische Qualität. Vizepräsidentin Theresia Maier und ich waren zum intensiven Gespräch in der Spar Zentrale St. Pölten zu Gast. In der Diskussion mit den Verantwortlichen zeigt sich ganz klar die große Bedeutung, die österreichisches Schweinefleisch für die Versorgung hat. Es hilft niemand, wenn wir aufgrund eines Produktionsrückgangs die Versorgung unserer österreichischen Konsumenten ausländischen Produzenten überlassen müssten. Die Verbraucher legen Wert darauf, dass ihr Schnitzel vom heimischen Schwein kommt. Spar unterstützt durch kundengerechte Angebote den Schweinefleischverkauf. Wir sollten unseren Konsumenten die Treue halten und auch in kurzfristig schwierigen Zeiten den Mut nicht verlieren.“


Aktualisiert am: 17.09.2007 10:30
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