Ferkel: Wohlfühlen auf Schritt und Tritt

Die Beschaffenheit des Fußbodens im Abferkelstall hat große Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Ferkel. Rutschsicherheit, Verlegegenauigkeit und die Rauhigkeit der Oberflächen haben Auswirkungen auf das Verletzungsrisiko.
Unterschiedliche Ansprüche an die Fußbodengestaltung

Sauen und Ferkel haben unterschiedliche Ansprüche an die Fußbodengestaltung
Sauen und Ferkel haben unterschiedliche Ansprüche an die Fußbodengestaltung
Das Fatale ist, dass Sau und Ferkel unterschiedliche Ansprüche an die Fußbodengestaltung haben. „Während der Perforationsgrad für die Sau eher als potenzielle Verletzungsgefahr zu sehen ist, ist es für die Ferkel genau umgekehrt. Die Variante mit der höchsten Perforation führt gegenüber der Variante mit der geringsten Perforation zu signifikant weniger Schürfwunden an den beiden vorderen Karpalgelenken der Ferkel.“ Es scheint, dass die Perforation den Ferkeln beim Säugen das Abstützen am Gesäuge ermöglicht, so dass die Ferkel weniger mit den Vorderbeinen rudern und daher auch weniger Verletzungen aufweisen. Können sich die Ferkel am Gesäuge der Sau abstützen, schont dies die Zitzen der Ferkel; das ist für Zuchtbetriebe sehr wichtig.

Ruderbewegungen am Gesäuge

Generell zeigte der am Lehr- und Versuchsgut Köllitsch durchgeführte Versuch, „dass nicht nur das verwendete Material, sondern vor allem die Verarbeitung die Oberflächeneigenschaften beeinflusst.“ Daneben stellte sich heraus, dass besonders die starken, vitalen Ferkel zu Schürfwunden neigen, da ihre Ruderbewegungen am Gesäuge weitaus kraftvoller sind als bei schwachen Ferkeln. Verletzte Ferkel nahmen aber schlechter zu, auch wenn ihr Geburtsgewicht im oberen Bereich lag. Wie sich Schürfwunden und Gelenksentzündungen der Ferkel auf ihre spätere Entwicklung auswirken, hängt in erster Line von den Krankheitserregern ab, die in die Wunde eindringen. Im Versuch schnitt Gusseisen tendenziell am günstigsten ab. Hier traten bei den Ferkeln die wenigsten Schürfwunden auf, besonders bei gerader Aufstallung.
(Quelle: deuka.de - „Schürfwunden bei Ferkeln im Blick“ von Dr. Eckhard Meyer in dlz primus Schwein, 6/2010)


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Aktualisiert am: 12.07.2010 06:48
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