Ferkel: Wie arbeiten erfolgreiche Ferkelproduzenten im Schweinestall

Spitzenbetriebe in der Ferkelproduktion setzen 26 Ferkel und mehr je Zuchtsau und Jahr ab. Diese Top-Betriebe machen in ihrem Management einige Dinge anders, die sich zum größten Teil ohne aufwändige „Rüstzeiten“ direkt in jedem Betrieb umsetzen lassen.
Die richtige Remontierung, das heißt die planmäßige Bestandsremontierung mit leistungsveranlagten, zuchtreifen Jungsauen zählt zu den wichtigsten zucht- und reproduktionstechnischen Maßnahmen. Anzustreben ist eine jährliche Remontierungsrate von ca. 40-45 %, das heißt, in jeder Gruppe sollten kontinuierlich 20 % der Sauen durch Jungsauen ersetzt werden.


Sauen im Abferkelstall in Kondition halten

Im Abferkelstall ist es wichtig, dass die Sauen nach der Geburt höchstens 15 kg an Körper- bzw. Speckmasse verlieren, damit die Sauen nach dem Absetzen in guter Kondition in die nächste Trächtigkeit starten können. Wer versucht, die säugenden Sauen durch das Absammeln einiger Ferkel vor dem regulären Absetztermin vor übermäßiger Gewichtsabnahme zu schützen, sollte mindestens zehn Ferkel an der Sau lassen. Das so genannte fraktionierte Absetzen führt zu einer vorzeitigen Ovulation, wenn zu viele Ferkel frühzeitig abgesetzt und damit der Saugreiz als Schlüsselreiz für die Hormonsteuerung zu schwach wird.

Besamungsmanagement entscheidet über den nächsten Wurf

Fingerspitzengefühl ist beim Besamungsmanagement gefragt: Flushing-Fütterung mit zusätzlichen Energiegaben, kurzzeitiger Aufenthalt in einer Arena vor der Umstallung in das Deckzentrum, Lichtprogramm im Deckzentrum mit täglich 12 bis 14 Std. Licht von 300 Lux sowie gezielter, zweimal täglicher Eberkontakt ab dem 3./4. Tag nach dem Absetzen zur Brunststimulation und –kontrolle.

Mit Geburtenkontrolle und Erstversorgung der Ferkel zum Erfolg

Großen Wert hat die Überwachung der Geburten und die Erstversorgung der Ferkel mit frühzeitiger Kolostrumaufnahme. Neugeborene Ferkel sollten erstens warm empfangen, zweitens rasch an das Gesäuge angesetzt und drittens sollte nur am ersten Lebenstag ein Wurfausgleich erfolgen. Die Geburtensynchronisation zielt darauf ab, bei gruppenweise abferkelnden Sauen ein optimales Geburtsmanagement durchzuführen. Dabei geht es vornehmlich um den Ausschluss überlanger Tragezeiten von 116 Tagen und mehr.


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Aktualisiert am: 11.03.2009 19:53
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