Ferkel: Was tun bei sehr kurzen Säugezeiten?

Sehr kurze Säugezeiten sind tierschutzrelevant und beeinträchtigen die Leistung im nächsten Wurf. Wie dieser Tatsache entgegengewirkt werden kann, zeigt folgende Analyse.
Durch optimales Belegmanagement können zu kurze Säugezeiten vermieden werden.
Durch optimales Belegmanagement können zu kurze Säugezeiten vermieden werden.
Gerade bei kurzen Säugezeiten von durchschnittlich drei Wochen muss das Management optimal auf die Anforderungen der Sauen abgestimmt sein, um der rechnerisch möglichen Anzahl an Abferkelungen (2,59 je Sau und Jahr) nahe zu kommen. Verschiedene Untersuchungen ergaben, dass bei der Verkürzung der Säugezeit von vier auf drei Wochen ein Ferkel je Sau und Jahr mehr abgesetzt werden kann. Die Einhaltung einer Mindest-Säugezeit von drei Wochen ist aber nicht nur aus Tierschutzgründen, sondern auch aus der Sicht der Biologie für die Sauen von Relevanz. Das System der Ferkelproduktion wird störanfälliger. Das Ziel unserer Analysen bestand darin, die Ursachen sehr kurzer Säugezeiten und die Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit der Sauen zu untersuchen sowie Vorschläge abzuleiten, wie Mindestsäugezeiten gewährleistet werden können.

Fazit
Die Analysen von Sauenplanerdaten aus Praxisbetrieben ergaben Differenzen in der Fruchtbarkeitsleistung zwischen Betrieben mit drei oder vier Wochen Säugezeit. Dies spricht nicht von vornherein gegen eine dreiwöchige Säugezeit, macht jedoch die Notwendigkeit deutlich, Betriebe bzw. Sauen mit kurzer Säugezeit optimal zu managen. Problematisch ist ein bestimmter Anteil von Sauen mit sehr kurzer Säugezeit knapp unter drei Wochen. Dieser Prozentsatz kann durch das Belegmanagement und durch die Geburtseinleitung vermindert werden, um damit gleichzeitig die Leistungen im Folgewurf zu verbessern.

Autoren: Prof. Dr. Steffen HOY und Stefan VIEBAHN, Universität Gießen (D)


Aktualisiert am: 21.08.2008 17:16
Landwirt.com Händler Landwirt.com User