Ferkel: So sortieren Sie richtig!

Die Sortierung von Ferkeln vor, während oder nach der Aufzucht kann Vor- aber auch Nachteile bringen. Wovon mögliche positive oder negative Effekte abhängen, wurde in Köllitsch untersucht.
Sortierung führt zwangsläufig zur Erhöhung der Anzahl mit einander kombinierter Würfe.
Sortierung führt zwangsläufig zur Erhöhung der Anzahl mit einander kombinierter Würfe.
Die Ausgeglichenheit einer Partie von möglichst gleich alten und nicht nur gleich schweren Ferkeln ist heute neben der Größe ein entscheidendes Qualitätskriterium. Sie ist zunächst ein sicheres Indiz dafür, dass die Tiere einen vergleichsweise hohen Gesundheitsstatus haben.

Absetzphase ist entscheidend
Die Absetzphase in der Ferkelaufzucht entscheidet maßgeblich darüber wie ausgeglichen die Gruppen am Ende der Aufzucht sind. Eine bereits im Wurf angelegte Streuung wird hier verstärkt und Defizite werden weiter getragen und später je nach Höhe des Defizits auch nicht kompensiert werden. Die Varianzanalyse aller vorliegenden Daten zur Ferkelaufzucht zeigt, dass etwa 65 % der erklärbaren Streuung der Absetzgewichte am Ende der Aufzucht die Streuung zwischen den Würfen beinhaltet. Das bedeutet, dass die Erbanlagen der Elterntiere und/oder die immunologische Kompetenz der Sauen maßgeblich dafür verantwortlich sind wie sich die Ferkel über die Säugezeit hinaus entwickeln.

Fazit
Die Sortierung von Ferkeln am Anfang der Ferkelaufzucht kann eine Maßnahme sein, um die heute so wichtige Ausgeglichenheit der Partien und die Zunahmen zu unterstützen, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt und nach den richtigen Sortierkriterien durchgeführt wird. Von allen untersuchten Kriterien (Geschlecht, Gewicht, Abstammung) zeigte die Sortierung nach dem Gewicht die größte Leistungsrelevanz. Eine nachhaltige Begrenzung der Gewichtsvarianz gelingt bei der Sortierung am Anfang der Aufzucht nur schwer, denn hauptsächlich im absatznahen Bereich wachsen die Ferkel umso stärker auseinander, je schärfer sie sortiert worden sind. Etwa 50 % der eingestellten Streuung kommt wieder zurück. Auch die Anzahl der je nach Sortierschärfe miteinander kombinierten Gruppen ist nicht gleichgültig. Bereits bei mehr als 5 miteinander kombinierten Würfen können die Zunahmen sinken. Die nach 14 Tagen hinter der Gruppe zurückbleibenden Ferkel können dann absortiert und gesondert gehalten und gefüttert werden. Eine möglichst weiträumige Trennung dieser Ferkel vom Rest der Absetzgruppe tut auch den verbleibenden Ferkeln gut.

Autor: Dr. Eckhard MEYER, Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, Köllitsch (D)


Aktualisiert am: 29.05.2008 08:38
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