Ferkel: So lassen sich Verluste senken

Saugferkelverluste wirken sich 1:1 auf den wirtschaftlichen Erfolg aus. Um immer größer werdende Würfe erfolgreich aufzuziehen, bedarf es die richtigen Managementmaßnahmen und eine gesunde Sauenherde.
Hohe und ausgeglichene Geburtsgewichte sind die erste Voraussetzung, um die Ferkelverluste und im Besonderen die Erdrückungsverluste zu senken.
Hohe und ausgeglichene Geburtsgewichte sind die erste Voraussetzung, um die Ferkelverluste und im Besonderen die Erdrückungsverluste zu senken.
Auswertungen der steirischen Arbeitskreisbetriebe aus dem Jahr 2007 zeigen, dass es erhebliche Differenzen zwischen den leistungsstarken und den schwächeren Betrieben gibt. Während die oberen 25% der Betriebe Saugferkelverluste von 11,93 % haben, beträgt die Quote der unteren 25 % der Betriebe 16,82%. Spitzenbetriebe schaffen es, die Verluste in der Säugezeit unter 9 % zu halten.

Wirtschaftliche Bedeutung der Ferkelverluste
Der Erfolg in der Ferkelerzeugung hängt sehr stark von den Produktionskosten ab. Derjenige der bei gleich bleibenden Kosten „ein paar Ferkel mehr“ großzieht, darf sich zu den Gewinnern zählen. Die Senkung der Ferkelverluste um 1 %, erhöht den Deckungsbeitrag einer Sau zwischen 8 und 13 €. Die Reduzierung der Saugferkelverluste um 3 %, bedeutet für einen Betrieb mit 70 Zuchtsauen die Steigerung des Deckungsbeitrages um rund 2300 € pro Jahr.

Wärme für Ferkel - entscheidend für den Aufzuchterfolg
Ferkel können in den ersten Lebenstagen nur sehr schlecht ihren Thermohaushalt regulieren. Zudem sind sie noch nicht so gut mobil, so dass sie sich oft an kälteren Stellen der Bucht oder in der Nähe der Sau aufhalten. Dies wiederum erhöht die Erdrückungsverluste.
Es empfiehlt sich bei den ersten beiden Mahlzeiten die Ferkel im Ferkelnest zu fixieren.
Die Sau ist während der Säugezeit über eine Umgebungstemperatur von 18-20°C äußerst dankbar, da es die Futteraufnahme positiv unterstützt. Dagegen benötigen die Ferkel in den ersten Tagen eine Temperatur von mindestens 32° C. Bei Heizplatten setzt das eine Oberflächentemperatur von 38 - 41°C voraus. Die Oberflächentemperatur sollte regelmäßig kontrolliert werden, denn oft weisen die eingegossenen Fühler eine beachtliche Differenz zwischen angezeigter und tatsächlicher Oberflächentemperatur auf.
Im Laufe der Säugezeit muss die Temperatur des Ferkelnestes regelmäßig angepasst werden. Am besten erkennt man die optimale Temperatur am Liegeverhalten der Ferkel.

Worauf es ankommt:

  • Richtiges Impfprogramm
  • Parasitenbekämpfung
  • Fütterung optimieren
  • Wasserversorgung sicherstellen
  • Betreuen der Geburten
  • Getrennte Klimazonen für Sau und Ferkel (Mikroklima)
  • Hygiene
  • Gesundheitskontrolle von Sau und Ferkel während der Säugezeit
  • Richtiges Einstellen des Abferkelstandes


Autor:Martin KAUFMANN, SchweineBeratung Steiermark (SBS), Gleisdorf


Aktualisiert am: 19.06.2008 16:35
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