Ferkel: Produktionsrhythmen im Vergleich

Es gibt keinen Produktionsrhythmus, der zu jedem Betrieb passt. Jeder Rhythmus hat seine individuellen Eigenheiten, die bei der Wahl zu berücksichtigen sind.
Obwohl der 4-Wochenrhythmus jede vierte Woche mit dem Belegen und Abferkeln eine große Arbeitsspitze aufweist, findet er weiter Verbreitung, da im Anschluss auch immer 2 „ruhigere“ Wochen folgen.
Obwohl der 4-Wochenrhythmus jede vierte Woche mit dem Belegen und Abferkeln eine große Arbeitsspitze aufweist, findet er weiter Verbreitung, da im Anschluss auch immer 2 „ruhigere“ Wochen folgen.
Das Arbeiten in Produktionsrhythmen ist in der Ferkelerzeugung seit langem Standard, da es arbeitswirtschaftliche, stallbauliche und tiergesundheitliche Vorteile bringt. Ein geeigneter Produktionsrhythmus muss gewährleisten, dass regelmäßig marktgerechte Ferkelverkaufspartien entstehen und vor allem die teuren Stallplätze (Abferkelbuchten) gut ausgelastet sind. Je weiter das Produktionsintervall ist, umso weniger Gruppen aber dafür umso größere Gruppen sind zu führen.

3-Wochenrhythmus
Weit verbreitet ist der 3 Wochenrhythmus, da hier das Produktionsintervall dem natürlichen Rauscheintervall der Sauen entspricht. Hier wird alle 3 Wochen eine Sauengruppe abgesetzt. Der Produktionszyklus beträgt bei 28-tägiger Säugezeit 21 Wochen. Die Herde wird in 7 Gruppen aufgeteilt. Bei der Raumplanung sind im 3-Wochenrhythmus jeweils 2 Gruppen im Abferkelstall und Deckzentrum sowie 3 Gruppen im Wartestall vorzusehen, zusätzlich muss Platz für die Umtriebsgruppe geschaffen werden. Positiv am 3-Wochenrhythmus ist eine mit lediglich 7 Gruppen übersichtliche Bestandsführung mit einer klaren Arbeitsgliederung und Arbeitsschwerpunkten. Umrauscher sind einfach einzugliedern und auch bei kleineren Sauenherden entstehen bereits größere Ferkelpartien. Dagegen stehen eine relativ schlechte Ausnutzung gerade der teuren Abferkelplätze sowie insbesondere bei steigenden Ferkelzahlen die starke körperliche Belastung der Sauen durch die lange Säugezeit.

5-Wochenrhythmus
Beim 5-Wochenrhythmus werden die Sauen in 4 Gruppen im Abstand von 5 Wochen unterteilt. Damit eine vierwöchige Säugezeit eingehalten werden kann, muss das Produktionsintervall 21 Wochen betragen. Daher beträgt das Intervall zwischen der vierten und ersten Gruppe sechs Wochen. Die Vorteile dieses Systems liegen in der Steigerung der Gruppengröße sowie in der Effizienzsteigerung vor allem kleinerer Betriebe. Tatsächlich wiederholen sich die regelmäßigen Managementarbeiten, wie die Abferkelung und die Besamung, nur zehn Mal im Jahr. Das setzt wiederum voraus, dass hier konsequent gearbeitet werden muss. Zyklische Umrauscher müssen einen Zyklus überspringen und werden in der nächsten Gruppe eingegliedert. Die Platzausnützung in der Aufzucht ist hingegen beim 5-Wochenrhytrhmus nicht optimal. Zehn Wochen Ferkelaufzucht sind für die Produktion eines 30 kg-Ferkels zu lange. Bei angeschlossener Mast spielt das keine große Rolle. Insofern dürfte dieses System an ehesten bei kombinierten Betrieben Sinn machen.

Autor: Dr. Heiko JANSSEN, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Oldenburg (D)


Aktualisiert am: 17.02.2010 16:23
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