Ferkel: Mit niedrigen Produktionskosten im Markt bestehen

In Zeiten niedriger Ferkelpreise gilt es besonders, Produktionskosten zu senken. Wo die größten Potenziale zur Kostensenkung liegen und wie diese zu nutzen sind, erklärt der Autor anhand eines praktischen Beispiels.
Während die Zonenheizung hilft, Energie zu sparen, erhöht die manuelle Fütterung die Arbeitszeit.
Während die Zonenheizung hilft, Energie zu sparen, erhöht die manuelle Fütterung die Arbeitszeit.
Der dramatische Anstieg der Getreidepreise zur Ernte 2007 und der damit ausgelöste Futterkostenanstieg wurden bis heute nicht durch einen ausreichenden Schlachterlös kompensiert.

Viel schlimmer noch für die Ferkelerzeuger: Während Mäster schon seit einiger Zeit zumindest einen Deckungsbeitrag erwirtschaften, der die Liquidität deckt, wird der eigentlich fehlenden Schlachterlös durch überproportional niedrige Ferkelpreise kompensiert. Lag der 28 kg-Ferkelerlös im Durchschnitt der letzten Jahre in Deutschland noch bei 42 % des Schlachtschweineerlöses, so betrug er im abgelaufenen Wirtschaftsjahr lediglich 35 %.

Um Produktionskosten zu senken, gibt es viele Stellschrauben im Betrieb. Kurzfristig und ohne Investitionen ist in aller Regel nur die Leistung zu beeinflussen. In Deutschland findet derzeit ein erheblicher Genetikwechsel in den Betrieben hin zu hoch fruchtbaren Sauenlinien statt. Was für den Einzelbetrieb eine sinnvolle Maßnahme ist, hat leider insgesamt negative Auswirkungen auf den Ferkelmarkt.

Weitere kurzfristige Stellschrauben sind die Energiekosten, die durch gezielte, oftmals wenig kapitalintensive Maßnahmen gesenkt werden können.

Ein erheblicher Anteil möglicher Kosteneinsparung ist in der Arbeitszeit zu finden. Optimal lässt sich diese in Bestandsgrößen ab etwa 250 Sauen gestalten. Hier finden sich in aller Regel die größten Potentiale, auch wenn die Gebäudekosten durch Investitionsmaßnahmen steigen.

Die durchschnittlichen Produktionskosten von rund 70 € je Ferkel markieren für Österreich schon einen niedrigen Wert. Spricht doch gerade hier die im europäischen Vergleich immer noch unterdurchschnittliche Betriebsgröße mit der damit verbundenen hohen Arbeitszeit je Sau und Jahr gegen eine effektive Kostensenkung.

Potentiale zur Kostensenkung sind jedoch auch hier in erheblichem Umfang vorhanden. Gerade in Zeiten wie diesen über Investitionen in der Ferkelerzeugung nachzudenken, fällt natürlich nicht leicht. Letztendlich entscheidet jeder Betriebsleiter selbst über seine Positionierung im europäischen Markt, denn die Globalisierung ist auch in der Landwirtschaft – leider – nicht aufzuhalten.

Autor: DI Peter SPANDAU, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Münster (D)


Aktualisiert am: 21.08.2008 17:18
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