Ferkel: Mit der richtigen Gruppenbildung Rangkämpfe vermeiden

Rangkämpfe nach dem Absetzen können zu Verletzungen, Gesundheitsschäden und schlechten Leistungen führen. An der Universität Gießen wurde untersucht, ob durch unterschiedliche Gruppierungsstrategien Häufigkeit und Auswirkungen von Rangordnungskämpfen bei Absetzferkeln vermindert werden können.
Welchen Einfluss hat das Gruppieren auf die Rangordnungskämpfe bei Ferkel?
Welchen Einfluss hat das Gruppieren auf die Rangordnungskämpfe bei Ferkel?
Das Absetzen bedeutet für die Ferkel nicht nur eine plötzliche Trennung von der Mutter, sondern auch das Zusammentreffen mit fremden Ferkeln in einer unbekannten Umgebung. Hinzu kommen die Futterumstellung von Sauenmilch auf ausschließlich festes Futter, ein verändertes mikrobiologisches Milieu sowie unter Umständen zu niedrige Umgebungstemperaturen. Das Ziel der Untersuchung bestand in der Analyse von Auswirkungen unterschiedlicher Gruppierungsvarianten von Absetzferkeln auf die Häufigkeit und die Auswirkungen von Rangkämpfen.

Wenige Würfe bedeuten mildere Kämpfe
Eine Kombination von Ferkeln aus nur 2 Würfen führte zwar zu keiner signifikanten Reduzierung der Kampfzahl, verringerte aber den Boniturindex der Tiere signifikant. Dies deutet darauf hin, dass die mit der Neugruppierung verbundene Auflösung des Wurfverbandes zwar auch zu Rangordnungskämpfen zwischen Wurfgeschwistern führt, diese aber offensichtlich milder verlaufen als zwischen einander unbekannten Tieren.

Konsequenzen für die Gruppierung
Die Art der Gruppenzusammenstellung ist zur Reduzierung von Rangordnungskämpfen nach dem Absetzen sowie zur Verminderung kampfbedingter Verletzungen nur bedingt geeignet. Eine Kombination von Ferkeln aus wenigen Herkunftswürfen kann im Hinblick auf die Tiergerechtheit von Vorteil sein, da bei hohem Bekanntheitsgrad der Gruppenmitglieder die Kämpfe mit milderem Ausmaß auftreten. Zudem kann die Bildung kleiner Gruppen Vorteile haben, da hier aufgrund einer geringeren Anzahl zu klärender Dominanzbeziehungen pro Einzeltier weniger Rangkämpfe auftreten. In großen Aufzuchtgruppen ist zwar unter Umständen weniger Kampfverhalten zu beobachten, allerdings kann der Verletzungsgrad der Gruppenmitglieder aufgrund einer größeren Anzahl einander ebenbürtiger Partner erhöht sein. Ferkel in geschlechtergetrennten Gruppen zeigten eine hohe Kampfaktivität und einen ausgeprägten Verletzungsgrad. Somit bringt eine geschlechtergetrennte Aufzucht bezüglich Anzahl und Ausmaß von Rangordnungskämpfen nach dem Absetzen keine Vorteile.

Autoren: Prof. Dr. Steffen HOY und Tierärztin Michaela FELS, Universität Gießen (D)


Aktualisiert am: 09.01.2009 12:57
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