Ferkel: Kann Streueisen die Eiseninjektion ersetzen?

Die Eisenversorgung der Ferkel über Injektionen ist zeitaufwändig und birgt Gesundheitsrisiken für die Ferkel. Streueisen zur oralen Aufnahme könnte eine Alternative sein.
Der Gesamtverbrauch während der Zuteilungsperiode liegt laut Hersteller bei rund 10 g pro Ferkel, was Kosten von 9 bis 10 Cent pro Ferkel verursacht.
Der Gesamtverbrauch während der Zuteilungsperiode liegt laut Hersteller bei rund 10 g pro Ferkel, was Kosten von 9 bis 10 Cent pro Ferkel verursacht.
Die Verabreichung von Eisen zählt zu den Routinemaßnahmen bei Saugferkeln. Gründe hierfür sind der geringe natürliche Eisenvorrat bei neugeborenen Saugferkeln, der niedrige Eisengehalt in der Milch der Sauen sowie der hohe Eisenbedarf innerhalb der ersten Lebenswochen. Die Eisenreserve beim Saugferkel beträgt etwa 30-50 mg/kg Körpergewicht. In der Milch sind nur circa 1 mg/Liter enthalten. Versuche, den Eisengehalt in der Milch deutlich anzuheben, blieben bislang erfolglos. Der Tagesbedarf eines Ferkels beträgt aufgrund des schnellen Wachstums und der damit verbundenen hohen Blut- und Muskelzunahme rund 10-15 mg Eisen. Somit ist der natürliche Eisenvorrat bei den meisten Ferkeln innerhalb der ersten drei bis fünf Lebenstage aufgebraucht. Erschwerend können Nabelbluten oder Blutverlust beim Schwanzkupieren oder Kastrieren hinzukommen.

Ergebnisse
In Bezug auf die Parameter des Blutes hatten eine Woche nach dem Absetzen diejenigen Ferkel die schlechtesten Ergebnisse, welche eine einmalige Eiseninjektion am 1. Lebenstag erhielten. Hingegen bestand zwischen der Gruppe mit zweimaliger Eiseninjektion und der Gruppe, welche das Eisenpulver an drei Tagen zur Verfügung gestellt bekam, kein statistisch relevanter Unterschied.
Berechnungen der Gewichtszunahmen, die bei den Ferkeln bis zum 70. Tag gemessen worden sind, ergaben keine statistisch relevanten Unterschiede zwischen den drei im Vergleich stehenden Gruppen. Dieselbe Aussage ist bezüglich der Tierverluste zu treffen: So befanden sich die Werte bei allen Gruppen der Studie auf dem gleichen Niveau.

Fazit
Eine einmalige Eisenapplikation ist insbesondere für die größeren Ferkel nicht ausreichend. Eine Nachbehandlung sollte dann am 10. bis 14. Lebenstag vorgenommen werden. Im Rahmen von Untersuchungen in einem Ferkelproduktionsbetrieb mit 345 Sauen konnte festgestellt werden, dass neben der Eiseninjektion (ein- oder zweimalig) dem Eisenmangel auch mittels Eisenpulver vorgebeugt werden. Somit stellt das Streueisen neben oralen Eisenpräparaten wie Pasten oder Emulsionen eine geeignete Alternative zu üblichen Eiseninjektionspräparaten dar.

Autoren: Prof. Dr. Mathias RITZMANN, TÄ Sandra HACKSTETTE, TÄ Nadine HENKE, Dr. Kerstin MÜLLER, Dr. Horst GAUMANN, Dr. Andreas PALZER, Klinik für Schweine der Veterinärmedizinischen Universität Wien


Aktualisiert am: 04.02.2010 14:34
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