Ferkel: Ein guter Start in die Ferkelaufzucht

Jeder Ferkelaufzüchter hat großes Interesse, dass seine Aufzuchtabteile zügig geräumt werden können, um eine hohe Auslastung seiner Ferkelaufzuchtplätze zu erreichen. Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen, dass eine zügige Räumung der Ferkelaufzuchtabteile eine bessere Produktionshygiene ermöglicht.
Wasser als Erfolgskomponente

Die Futteraufnahme der abgesetzten Ferkel hängt sehr stark von der Wasseraufnahme ab. Die Tränke sollte nicht nur gut erreichbar und leichtgängig sein, sondern das Wasser muss ebenfalls gut schmecken. Eine gründliche Reinigung des Tränkesystems ist deshalb vor der Neubelegung eines Abteils erforderlich. Für eine möglichst kurze "Lernphase" sollte in der Aufzuchtbucht das gleiche System wie in der Abferkelbucht vorhanden sein. Nippeltränker sind aus hygienischer Sicht unbedenklicher als Schalentränker. Die Tränken sollen 0,5 -0,6 l/min Durchflussrate haben, der Druck soll dabei nicht mehr als 2,5 bar betragen.

Problemursachen bei der Fütterung von abgesetzten Ferkeln

  • zu geringe Futteraufnahme nach dem Absetzen mit anschließendem Überfressen
  • mangelhafte Enzymaktivitäten in Magen und Dünndarm durch fehlendes Enzymtraining
  • geringe Aktivität der Bauchspeicheldrüse
  • abrupter Futterwechsel
  • mangelhafter Frischezustand des Futters (Bakterien-, Pilzkeime, Hefen, Geruch)
  • ungenügende Wasserversorgung (zu geringe Flussrate, ungewohnte Tränke, zu hoher Wasserdruck, zu kaltes Wasser)


Problemlöser bei der Fütterung von abgesetzten Ferkeln
  • Tier-Fressplatzverhältnis 1:1
  • schmackhaftes und energiereiches Futter mehrmals täglich frisch anbieten keine Hungerphase
  • frühzeitiges Enzymtraining - Beifutteraufnahme ab 5.Tag ~100 g Futter/Tag vor dem Absetzen
  • verschiedene Futter miteinander verschneiden
  • Futter mit niedriger Säurebindungskapazität einsetzen (kleiner 700 meq/kg bei pH 3, niedriger Rohprotein- und Calciumgehalt)
  • hygienische Beschaffenheit des Futters verbessern (Säurezusätze, Probiotika, Enzyme etc.)
  • hohe Wasseraufnahme durch passende Tränke (Flussrate größer 0,5 l/min, kleiner 2,5 bar)
  • optimale Wärmeversorgung (~27° C mit geringen Temperaturschwankungen)
  • Lichtprogramm: 12 Stunden soll helles Licht brennen, 12 Stunden Orientierungslicht


Zielwerte für die Ferkelaufzucht von 8 bis 30 kg

  • Tageszunahmen größer als 500 g
  • Futterverwertung ~1 : 1,6
  • Verluste kleiner 1,5 %



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Aktualisiert am: 28.11.2008 18:36
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