Ferkel - Produktion: Wie muss der Besamungsstall aussehen?

Im Besamungszentrum wird der Grundstein für hohe Fruchtbarkeitsergebnisse und damit für den betrieblichen Erfolg gelegt. Die Anforderungen an ein modernes Besamungszentrum und Möglichkeiten sowie Tipps bei Umbau- und Neubauplanungen werden in vorliegendem Beitrag beschrieben.
Ein optimal gestaltetes Besamungszentrum ist die Basis für eine hohe Fruchtbarkeitsleistung sowie ein effektives Besamungsmanagement und erlaubt, auch große Sauengruppen zügig und mit sehr gutem Erfolg zu besamen.
Ein optimal gestaltetes Besamungszentrum ist die Basis für eine hohe Fruchtbarkeitsleistung sowie ein effektives Besamungsmanagement und erlaubt, auch große Sauengruppen zügig und mit sehr gutem Erfolg zu besamen.
Eine hohe Abferkelrate, große Würfe lebend geborener Ferkel und eine dichte Wurffolge sind wichtige Voraussetzungen für den betriebswirtschaftlichen Erfolg eines Ferkelerzeugerbetriebes. Zunehmende Herdengrößen und die Ferkelerzeugung in einem bestimmten Produktionsrhythmus erfordern ein effektives Besamungsmanagement. Die Haltung der zu belegenden Sauen in Besamungsständen wird auch in der Zukunft das dominierende Verfahren sein. Während in kleineren Betrieben mit etwa 50 Sauen Deckzentrum und Wartestall eine Einheit bilden, empfiehlt sich in größeren Betrieben die Einrichtung eines gesonderten Besamungszentrums.

Größe des Besamungsstalls
Die Größe des Besamungszentrums ist unterschiedlich und hängt vom Wochenrhythmus, der Zahl Sauen pro Gruppe und dem Haltungssystem im Wartestall ab. Die Aufenthaltsdauer der Sauen im Besamungszentrum schwankt zwischen einer Woche bis zu sechs Wochen. Nach der EU-Richtlinie 88/2001/EG und der österreichischen Tierhaltungsverordnung müssen spätestens ab 01.01.2013 (für den Stallneubau und Umbau bereits seit 01.01.2003) die Sauen ab der fünften Trächtigkeitswoche (= ab 29. Trächtigkeitstag) im Wartestall in Gruppen gehalten werden. Beim Ein-Wochen-Rhythmus müssen 6 Gruppen (künftig 5), beim Zwei-Wochen-Rhythmus 3 Gruppen und beim Drei-Wochen-Rhythmus 2 Gruppen Platz im Besamungsstall finden. Wenn der Wartestall mit Selbstfang-Fressständen ausgestattet ist, kann sich die Aufenthaltsdauer verkürzen.
Der moderne Besamungsstall besteht aus einer oder mehreren Reihen Besamungsständen, dem Eber-Laufgang und der Eberbucht (6 m2 groß mit 130 bis 150 cm hohen vergitterten Buchtenwänden), einer oder mehreren Besamungs-„Achsen“ sowie gegebenenfalls Jungsauenbuchten.

Autor: Prof. Dr. Steffen HOY, Justus-Liebig-Universität Gießen


Aktualisiert am: 09.08.2007 10:18
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