Fendt: So klein und schon ein Vario

Endlich, wird sich so mancher Leser denken. Endlich ersetzt Fendt den betagten 200S mit einer neuen Serie. Er ist kein verbreiteter Schmalspurtraktor, wie es sein Vorgänger war, sondern eine vollkommene Eigenentwicklung. Statt dem „S“ trägt die neue Serie den Zusatz „Vario“, der so manches vermuten lässt.
Der neue Fendt 200 Vario ist zwar immer noch ein kleiner Traktor, doch handelt es sich zum ersten Mal um eine eigenständige Entwicklung, die sich zwischen dem Fendt 300 Vario und dem bisherigen Fendt 200S positioniert.
Der neue Fendt 200 Vario ist zwar immer noch ein kleiner Traktor, doch handelt es sich zum ersten Mal um eine eigenständige Entwicklung, die sich zwischen dem Fendt 300 Vario und dem bisherigen Fendt 200S positioniert.
Konkret handelt es sich um fünf neue Modelle. Sie haben eine Nennleistung von 60 PS, 70 PS, 80 PS, 90 PS und 100 PS nach der Norm ECE R24. Zusätzlich bietet jedes Modell eine Überleistung von satten 10 PS. Neu erzeugt wird die Leistung in einem 3-Zylinder-Motor aus der finnischen Motorenschmiede von Sisu. Sisu gehört wie Fendt zum internationalen Landtechnikkonzern AGCO. Der neue Motor hat einen Hubraum von 3,3 Litern. Mit Common Rail-Einspritzung, Turbolader und Ladeluftkühlung erzielen die neuen 200 Vario einen Drehmomentanstieg zwischen 30 und 42 % je nach Modell. Mit der externen Abgasrückfügung erfüllt der neue 200 Vario die aktuellsten Abgasnormen bei einem nach Herstellerangaben 10 % geringeren Kraftstoffverbrauch gegenüber dem Vorgängermodell. Selbstverständlich ist auch der 200 Vario zu 100 % RME-tauglich.
Neu sitzt der Kraftstofftank, aus Kunststoff und als Kühlergrill geformt, vor dem Motor. Er hat zusammen mit dem vor dem linken Einstieg sitzenden serienmäßigen Zusatztank ein Volumen von gut 125 Litern.

Neue Kabine
Die Kabine war beim alten 200S ein Dauerthema. Aus diesem Grund haben sich die Konstrukteure von Fendt mächtig ins Zeug gelegt und eine Kabine von Grund auf neu gebaut. Das Resultat ist eine ansprechende helle Kabine mit viel Beinfreiheit und guter Übersicht. Zudem konnte die Lärmbelastung um 4 dB/A gegenüber dem Vorgängermodell gesenkt werden und beträgt jetzt nur noch 70 dB/A. Das Bedienkonzept gleicht stark dem größeren Bruder 300 Vario. Dieser ist für seine Einfachheit bekannt. Weniger Ideenreich waren die Fendt-Ingenieure beim Beifahrersitz. So wurde der Klappstuhl von den größeren Baureihen übernommen.
Kein Verbesserungspotenzial hat Fendt beim Federungskomfort. So besitzt dieser Kompakttraktor sowohl eine Kabinen- als auch eine Vorderachsfederung. Das hat momentan nur Fendt in dieser Leistungsklasse zu bieten, was das schöne Bild des alpentauglichen neuen Varios abrundet.

Fazit
Mit dem 200 Vario vervollständigt Fendt seine Strategie im unteren Segment und bietet nun ausschließlich Traktoren mit einem stufenlosen Getriebe an. Das spricht eindeutig für Fendt, denn in der Leistungsklasse des 200 Vario ist Fendt mit dem stufenlosen Getriebe einzigartig. Doch hat der neue Vario aus Marktoberdorf noch mehr zu bieten. Da wäre zum Beispiel der moderne Motor von Sisu. Den Umstand, dass er nur drei Zylinder hat, kann er mit seinen vielen technischen Raffinessen längst kompensieren. Ein anderes Beispiel sind die zahlreichen Ausstattungsmöglichkeiten der Zapfwelle. Hier lässt Fendt keinen Kundenwunsch unerfüllt. Das Beste sind jedoch die verschiedenen Federungsmöglichkeiten. So kommt endlich auch Otto Normalverbraucher in den Genuss einer Vorderachs- und einer Kabinenfederung.

Autor: Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau


Aktualisiert am: 06.10.2009 11:04
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