Feldhäcksler: Markt für Selbstfahrer Feldhäcksler in Bewegung

Die Flächen für Futterbereitsstellung nehmen zu, die Ansprüche an die Futterqualität ebenfalls. Die Ernte soll zusätzlich mit hoher Schlagkraft und geringstmöglichen Kosten eingebracht werden. In diesem Anforderungsfeld ist die Anzahl der Akteure gering – aber sie wittern neue Chancen in der Ernte von Energieflächen.
Der legendäre Claas Jaguar umfasst fünf Modelle mit bis zu 623 PS Leistung.
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In der EU wurden in 2005 insgesamt 4,6 Mio. Hektar Grün- und Silomais angebaut. Das sind 6 % mehr Fläche als im Jahr 2000, und die weitere Tendenz ist stark steigend. Die Erntemenge auf dieser Fläche in 2005 betrug 186,6 Millionen Tonnen, und sie steigerte sich damit seit 2000 gleichfalls um 6 % (Grafik 1). Nach letzten Schätzungen steigt die Grün- und Silomaisfläche allein in Deutschland 2007 gegenüber dem Vorjahr von rund 1,3 Mio. Hektar auf 1,7 Mio. Hektar. Übrigens kommen 60 % der Grün- und Silomaisfläche und der Erntemenge der EU aus den zwei Hauptanbauländern Deutschland und Frankreich. Geerntet wird der Silomais vorwiegend mit selbstfahrenden Feldhäckslern aus der Hand von Lohnunternehmen. Gebaut werden SF-Feldhäcksler überwiegend in Deutschland - von Claas im westfälischen Harsewinkel, von John Deere in Zweibrücken, sowie seit einigen Jahren vom emsländischen Krone-Werk in Spelle. Der vierte im Bunde ist das New Holland-Werk im belgischen Zedelgem. Die Feldhäcksler-Produktionswerke von Claas, John Deere und New Holland sind gleichzeitig auch die europäischen Mähdrescher-Produktionsstätten dieser Marken. Krone dagegen – der in einem Überraschungsfeldzug erst 2000 in den Markt für selbstfahrende Feldhäcksler einstieg – ist ausschließlicher Spezialist für alle Systeme der Futterernte.

Neue Impulse vom Energiemarkt
Insbesondere die zunehmenden Flächen für Energiemais, aber auch für andere Energiepflanzen wie Grünpflanzen oder Getreide als Ganzpflanzensilage zur Beschickung von Biogasanlagen, oder der in Entwicklung befindliche Anbau von schnellwachsenden Gehölzen wie Salix (Weide) zur Energiegewinnung, geben dem Markt neue Impulse. Aber auch auf einem jetzt hohen Weltmarktniveau von jährlich 2.200 bis 2.300 Stück (Grafik 2 – SF Feldhäcksler-Weltmarktverteilung) bleibt der Feldhäckslermarkt eine Nische, in der sich nur wenige Hersteller mit großer Innovationskraft bewegen können: Allein der Weltmarktführer Claas beansprucht 50 % des Marktes für sich, gefolgt von John Deere, New Holland und dem neuen Aufsteiger Krone. Selbst AGCO mit den gerade mal im Aufbau befindlichen Erntetechnik-Marken Massey Ferguson, Fendt und Challenger will bis 2010 eine Feldhäcksler-Baureihe in Eigenentwicklung aus dem Boden stampfen und die ersten Prototypen ab 2008 erproben.

Autor: DI Wolfgang KUTSCHENREITER, Gailingen/Hochrhein (D)


Aktualisiert am: 25.01.2008 11:12
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