Feinstaub aus der Nutztierhaltung lässt sich reduzieren

Der Anteil der Landwirtschaft und damit auch der Nutztierhaltung an der Feinstaubgesamtbelastung ist kaum bekannt. Angesichts der Gesamtbelastung lohnt ein Blick auf jede Reduktionsmöglichkeit, auch in der Tierhaltung.
Für die Ammoniakemissionen wird zum Großteil die Landwirtschaft verantwortlich gemacht. Im Bereich der Nutztierhaltung ist zwar bei allen Tierarten ein erhebliches Reduktionspotential vorhanden, kurzfristige Erfolge sind in Zeiten hoher Feinstaubbelastung aber nicht zu erzielen. Aus
Eine Dusche mehrmals am Tag bringt den Schweinen Abkühlung, senkt den Staubgehalt der (Ab-)Luft und lässt geringere Luftraten zu.
Eine Dusche mehrmals am Tag bringt den Schweinen Abkühlung, senkt den Staubgehalt der (Ab-)Luft und lässt geringere Luftraten zu.
den Berechnungen für die Ammoniakemissionen kann zudem nicht direkt auf die tatsächliche Feinstaubbelastung geschlossen werden, weil es derzeit zu wenig gesichertes Wissen darüber gibt, wie Ammoniak als Feinstaub-Sekundärpartikel in der schädigenden Wirkung einzustufen ist.

Eine deutliche Verringerung wäre vornehmlich in den Sommermonaten möglich. In der Haltung, Aufstallungstechnik und Lüftung sind Probleme dahingehend zu sehen, dass Zielkonflikte zwischen der Feinstaubreduktion und den nutztierschutzrechtlichen Anliegen entstehen können.

Weitgehende und Erfolg versprechende Maßnahmen und Änderungen der Lüftungstechnik oder der Entmistungssysteme sowie Änderungen der Bodenausführung erfordern ein großes Investitionsvolumen und erfolgen meist nur bei Neu- oder Umbau, oft im Zuge der Betriebsübergabe. Eine Ausnahme bildet die Schweinedusche für Schweine, die als kostengünstige und tierschutzrechtlich empfehlenswerte Lösung ein hohes Reduktionspotential besitzt.

Eine erfolgversprechende Methode wäre die Beifütterung bzw. Beigabe von großvolumigen Tonmineralen (zB Bentonit, Zeolithe), allerdings liegen derzeit noch keine ausreichenden Ergebnisse dazu vor. Behauptet wird jedenfalls eine Produktionseffizienz bei gleichzeitiger Ressourcenschonung. Nach einer wissenschaftlichen Absicherung stünde damit eine Möglichkeit, quasi kurzfristig zu reagieren, zur Verfügung.

Ammoniak- bzw. Geruchsminderungsmaßnahmen besitzen neben der Feinstaub-Problematik auch hohe gesellschaftliche Bedeutung, weil in zunehmendem Maß Nutzungskonflikte zwischen den tierhaltenden Betrieben und den Anrainern auftreten.

Autoren: Elisabeth FINOTTI und Mag. Dr. Anton HAUSLEITNER, HBLFA Raumberg-Gumpenstein


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Aktualisiert am: 14.08.2005 10:15
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