Fatale Folgen bei Verbot des Kastenstandes

Laut einer aktuellen Umfrage sperren über drei Viertel der österreichischen Schweinebauern zu, wenn der Ferkelschutzkorb verboten wird. Abermals wurde im Rahmen der VÖS-Delegiertenversammlung an Minister Stöger appelliert, den Kompromissvorschlag der Schweinebauern ernst zu nehmen.
VÖS-Obmann Walter Lederhilger setzt sich beim Thema Ferkelschutzkorb für eine nachhaltige Lösung ein.
VÖS-Obmann Walter Lederhilger setzt sich beim Thema Ferkelschutzkorb für eine nachhaltige Lösung ein.
Die ernste Situation der Schweinebauern im Zuge eines möglichen Verbots des Ferkelschutzkorbes überschattete die Delegiertenversammlung des Verbandes Österreichischer Schweinebauern in Sankt Stefan im Rosental am 3. November 2011. „Die Rechtsunsicherheit und das drohende Verbot des Ferkelschutzkorbes ist eine untragbare Situation für die Schweinebauern. Wie kann der Tierschutzminister nur den Tod von rund 500.000 Ferkeln jährlich in Kauf nehmen? Deshalb fordern wir Minister Stöger auf, unseren Kompromissvorschlag zu überdenken und gemeinsam eine nachhaltige Lösung zu finden“, betonte Walter Lederhilger, Obmann des Verbandes Österreichischer Schweinebauern bei der Veranstaltung.

Der Kompromissvorschlag der Schweinebauern sieht vor, die Maximalzeit im Ferkelschutzkorb über ein Drittel – von höchstens 156 Tagen jährlich auf 95 Tage – zu verkürzen. Ein Totalverbot des Ferkelschutzkorbs hätte für die österreichischen Schweinebauern weitreichende Folgen: Die kleinstrukturierten heimischen Betriebe könnten dem europäischen Wettbewerbsdruck nicht standhalten, tausende Arbeitsplätze wären gefährdet – denn laut einer aktuellen Studie würden 78 Prozent der heimischen Betriebe aufgeben. Als Folge müsste Schweinefleisch künftig aus dem EU-Ausland importiert werden – aus Ländern, in denen der Ferkelschutzkorb erlaubt ist. Welche Auswirkungen ein Verbot des Ferkelschutzkäfigs hätte, zeigt das Negativbeispiel Schweden. Dort gibt es seit 1988 ein Verbot des Ferkelschutzkorbes, seit dem Beitritt 1995 in den EU-Binnenmarkt ist in dem skandinavischen Land die Zahl der Betriebe um 90 Prozent, die 100-prozentige Eigenversorgung mit Schweinefleisch auf 76 Prozent geschrumpft.


Aktualisiert am: 04.11.2011 17:00
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