Faser ist nicht gleich Faser

In der modernen Schweinefütterung nimmt „Faser“ einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Was sich analytisch und physiologisch hinter dieser nahezu unverdaulichen Rationskomponente verbirgt, soll folgender Beitrag klären.
Die Beurteilung von Faser hat eine wichtige Bedeutung für die optimale Rationsgestaltung. (Foto: Archiv)
Die Beurteilung von Faser hat eine wichtige Bedeutung für die optimale Rationsgestaltung. (Foto: Archiv)
Verschiedene Faserträger sind sowohl chemisch als auch physiologisch unterschiedlich. Beim Einsatz von Faserquellen in der Schweineration ist dies zu beachten. Auch der Verdauungstrakt des Schweins entwickelt sich mit steigendem Alter. Ältere Schweine können die Faser im Zuge der Fermentation im Dickdarm, der Gärkammer des Schweines, besser nutzen als junge Schweine. Für die Rationsgestaltung müssen innerhalb der Ferkelabsetz- und -aufzuchtphase sowie der Mast- und Tragend-/ Säugendzeit die jeweils passenden Faserkomponenten bzw. Faserkombinationen gewählt werden.


Was ist „Faser“
Kohlenhydrate sind der mengenmäßig größte Anteil der organischen Substanz der Erde. Sie werden unter Nutzung des Sonnenlichtes im Zuge der Photosynthese gebildet und lassen sich je nach chemischer Bindungsform grob in Stärke und Faser einteilen. Die Stoffgruppe der Faser zeichnet sich dabei durch einen sehr heterogenen und komplexen Aufbau aus und lässt sich in folgende Hauptkomponenten untergliedern: Zellulose, Hemizellulose, Lignin und Pektin. Speziell die Pflanzenspezies und das Vegetationsstadium üben auf deren Zusammensetzung den größten Einfluss aus. Vor diesem Hintergrund sind auch die Herkunft und der Einsatz von Faserträgern als Rationskomponente sehr vielfältig. Neben der Anwendung von klassischen Lignozellulosen (aufbereitete Nebenprodukte der Holz- und Papierindustrie) und Mähgut (Luzerneheupellets) fließt auch eine Vielzahl an Nebenprodukten der Lebensmittelindustrie in heimische Schweinetröge. Die wichtigsten Vertreter sind hierbei Kleien (Nebenprodukte der Müllerei), die Rübenschnitte (Nebenprodukt der Zuckergewinnung), wie auch Trester (Nebenprodukte der Saftproduktion) und Schalen (z.B. Sojabohnenschale). Zur genauen Charakterisierung von Faserträgern und deren Integration in Rationen gibt es verschiedene Ansätze. Einerseits gibt es die analytische Herangehensweise, andererseits ist auch deren physiologische Wirkung im tierischen Organismus von Bedeutung. Festzuhalten ist, dass neben der vielfältigen Zusammensetzung auch die Wirkung der Faser im Magendarmtrakt der Tiere als sehr vielseitig betrachtet werden kann.

Den Artikel von Julia Slama und Reinhard Puntigam in voller Länge und mit detaillierten Ergebnissen zur chemischen Beurteilung und physiologischen Wirkung von Fasern finden sie in der LANDWIRT Ausgabe 13/2018 Bestellen Sie hier kostenlos und unverbindlich Ihr Probeheft Ausgabe 13/2018 (solange der Vorrat reicht)

Aktualisiert am: 22.06.2018 14:46