Fasching und Krapfen

Bäuerinnen beherrschen vielfach noch die Kunst des Krapfenbackens und sind mit diesem Können speziell im Fasching gerne gesehene Repräsentantinnen bei verschiedenen Veranstaltungen.
Hört man das Wort Krapfen, denkt man in erster Linie an den weltberühmten Faschingskrapfen, der mit einem feinsäuberlichen weißen Rand und appetittlicher Bräune gebacken wird.
Hört man das Wort Krapfen, denkt man in erster Linie an den weltberühmten Faschingskrapfen, der mit einem feinsäuberlichen weißen Rand und appetittlicher Bräune gebacken wird.
Alljährlich wird seitens der Bäuerinnen am Faschingswochenende in der Veitsch ein Krapfenkirtag veranstaltet. In kurzen Erklärungen wird den Besuchern, und hier den Lesern, Information zu den jeweiligen Krapfen vermittelt:

• Der Veitscher Fleischkrapfen sieht aus wie ein Fladen, der Teig ist aus Weizenbrotmehl und die Fülle aus Geselchtem. Der Krapfen wird in Schweineschmalz gebacken, zum Essen im Rohr gewärmt und mit Sauerkraut und Erdäpfelsalat nur im Fasching gegessen.
• Der Massinger Fleischkrapfen wird aus Germteig zubereitet, die Fülle besteht aus Geselchtem und Braten.
• Rosenkrapfen wurden und werden bei Hochzeiten und Taufen gebacken.
• Lichtmesskrapfen werden nur für den Lichtmesstag gebacken und mit Geselchtem und Sauerkraut serviert.
• Heiligengeistkrapfen gibt es zu Pfingsten. Der im Fett gedrehte Fladen soll eine Taube darstellen. Die Windungen bedeuten die sieben Gaben des Hl. Geistes: Weisheit, Verstand, Stärke, Rat, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht.
• Schnitter-, Stangel- oder Spangelkrapfen gab es nach dem Getreideschnitt oder nach der Heuernte für die Dienstleute und fleißigen Helfer.
• Der Stanzer Mostkrapfen wird beim Erntedankfest gebacken. Er ist besonders mürbe und wird ganz besonders geliebt.
• Der Bauernkrapfen aus Germteig wird rund ausgezogen und wurde früher auch in der Suppe gegessen. Besonders gut schmeckt dieser Krapfen, wenn er mit Preiselbeermarmelade gefüllt ist.
• Der Kirtagskrapfen ist in der Veitsch geflochten und mit Creme gefüllt. Kirtagskrapfen sind für diese Feste eigens kreierte Mehlspeisen und zeichnen sich durch ihre Unterschiedlichkeit aus.
• Der Veitscher Suppenkrapfen wird aus Strudelteig zubereitet und mit Grammeln oder gekochter Lunge gefüllt. Dieser wird auch beim Pilgeressen – für die Pilger nach Mariazell –angeboten.
• Der Schnürkrapfen oder Spagatkrapfen wird aus Mürbteig zubereitet und mit einer Schnur auf eine Form gebunden. Dieser Krapfen wird mit Schlagobers und Preiselbeeren gereicht.
• Der Butterkrapfen wird aus Blätterteig oder Plunderteig gebacken und mit Gelee gefüllt.

Autorinnen: Veronika SCHEIKL, Veitsch und Ing. Ingrid FRÖHWEIN, Södingberg


Aktualisiert am: 08.02.2007 17:21
Landwirt.com Händler Landwirt.com User