Farb- und Stilberatung: Die Landwirtschaft kann auch farbenfroh sein

Der Bereich Landwirtschaft ist nicht nur vielfältig sondern auch bunt: Neben seiner Arbeit als Bauer ist Josef Moser ist seit einigen Jahren als Farb- und Stilberater tätig. Heuer wurde er mit dem LFI Award ausgezeichnet.
Josef Moser legt Wert auf Qualität. Sowohl in der Fütterung als auch in der Gestaltung des Alltags.
Josef Moser legt Wert auf Qualität. Sowohl in der Fütterung als auch in der Gestaltung des Alltags.
Neben der Rinderzucht war der Familie Moser die persönliche Weiterentwicklung –und bildung sehr wichtig. Schon bald nach der landwirtschaftlichen Fachschule absolvierte Josef Moser den Meisterkurs und war mehrere Jahre Obmann der ARGE Meister. Weiters nutzte der junge Bauer das Bildungsangebot der Landwirtschaftskammer. „Ich wollte mit Menschen in Kontakt treten, die über den Tellerrand denken“, so Josef Moser. Auch in der Gemeindepolitik ist der Landwirt aktiv. „Um nicht zu sagen hyperaktiv“, meint er. Nach seiner Zeit bei der ARGE Meister ist er in ein schwarzes Loch gefallen. „Plötzlich wusste ich nicht was ich machen sollte“, gesteht er. Da kam ihm das Projekt bfu wie gerufen: Er bewarb sich als Trainer. Der Gedanke, dass Bauern Bauern trainieren reizte ihn umso mehr. 2000 schloss er die entsprechende Ausbildung dafür ab. Bildung macht süchtig und mit den absolvierten Kursen taten sich immer neue Möglichkeiten auf.

Mut zur Veränderung
Die oft mehrtägigen Kurse und Schulungen ließen sich nur schwer mit der Melkarbeit vereinbaren. „Mein Vater half mir zwar im Stall, tat es sehr gerne, aber ich hätte es nicht verantworten können, wäre ihm etwas passiert“. So stellte die Familie von der intensiven Milchwirtschaft auf die Kalbinnenaufzucht um. „Eine Veränderung bringt auch Ängste mit sich. Wir sind ihr mit vielen Gesprächen begegnet“, erklärt der Trainer. Ihm war bewusst, dass sich sein Vater nicht nutzlos fühlen durfte, er band alle Generationen in die Entscheidung mit ein. Jeder sollte das Gefühl haben, wichtig zu sein und den Weg mitbestimmen zu können und dürfen. Die Umstellung nahm viel Druck von der Familie. Die anfänglichen Zweifel von Berufskollegen verwandelten sich bald in Verständnis. Auch sein Vater erklärt stolz: „Ich muss nicht in den Stall gehen, ich gehe wann ich es will“. Durch die betriebliche Veränderung lässt sich nun die Bildungssaison besser mit der Arbeit in der Landwirtschaft verbinden. Die Arbeit ist nicht mehr grau in grau, für Familie Moser hat sie mehr Farbe bekommen.

Autorin: Angelika KONRAD, St. Peter Freienstein


Aktualisiert am: 09.10.2008 15:22
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