Falscher Mehltau an Sonnenblumen



Pilzerkrankung kann Ertrag um die Hälfte verringern.
Der falsche Mehltau durch den Pilz Plasmopara halstedii befällt v.a. die obersten Blätter. Die Krankheit ist meldepflichtig.
Der falsche Mehltau durch den Pilz Plasmopara halstedii befällt v.a. die obersten Blätter. Die Krankheit ist meldepflichtig.
Der Falsche Mehltau der Sonnenblumen kann Ertragsminderungen bis zu 50 Prozent verursachen, in Ausnahmefällen sind sogar bis zu 95 Prozent möglich. Er wird durch den Pilz Plasmopara halstedii verursacht. Bei weiterhin anhaltender hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen 18 und 20° C ist noch im Juni mit einem vermehrten Auftreten dieser Krankheit an Sonnenblumen zu rechnen.

Befall an oberen Blättern
An Jungpflanzen entstehen blattoberseits zunächst hellgrüne bis gelbe mosaikartige Flecken. An der Blattunterseite ist ein weißer Sporenrasen zu sehen. Befallene Jungpflanzen bleiben im Wachstum zurück und sterben ab. Befällt der Pilz im Blütenstadium die Pflanzen, bildet er an den höchstgelegenen Blättern meist an beiden Blattseiten den weißen Sporenrasen aus. Der Stängel wächst langsamer, ist dadurch verkürzt und die Blätter stehen in der Folge dichter beisammen. Die Mehrzahl systemisch infizierter Pflanzen - die Pflanze ist erkrankt, es sind aber noch keine äußerlichen Symptome der Pilzerkrankung sichtbar - stirbt ab, bevor sie zur Samenreife gelangen bzw. sie produzieren nur vereinzelt lebensfähige Samen. Ertragsminderungen entstehen auch durch das Absterben infizierter Sämlinge.

Zahlreiche Wirtspflanzen
Durch die Bildung von physiologischen Rassen, d. h. Unterschiede sind lediglich in der genetischen Struktur bestimmbar, kann der Pilz vorhandene Resistenzen der Wirtspflanzen überwinden und gegebenenfalls auch aggressivere Rassen ausbilden. Derzeit sind 14 physiologische Rassen bekannt.
Hauptwirtspflanzen sind Helianthus annuus, Helianthus tuberosus (Sonnenblumen), Xanthium strumarium (Spitzklette), Artemisia dracunculus (Beifuß) und Ambrosia artemisiifolia (Ambrosie, Traubenkraut). Darüber hinaus sind mehr als 100 Spezies aus der Familie der Asteraceae (Korbblütler) weitere Wirtspflanzen, unter anderem z. B. Aster (Aster), Bidens (Zweizahn) Erigeron (Berufkraut), Eupatorium (Wasserdost), Rudbeckia (Sonnenhut), Silphium (Kompasspflanze), Solidago (Goldrute).

Verhütung
Zur Verhütung und langfristigen Bekämpfung sollte eine Fruchtfolge von fünf bis sechs Jahren eingehalten werden. Felder mit Bodenfeuchtigkeit sollten nicht mit Sonnenblumen bebaut sowie gesundes Saatgut verwendet und eine unterschiedliche Sortenanfälligkeit ausgenützt werden. Gemäß Pflanzenschutzgesetz (PSG 1995, Anhang II A II) ist Plasmopara halstedii ein Quarantäneschaderreger und daher meldepflichtig. Weiters sind im Anhang IV A II Maßnahmen angeführt, wie innerhalb der EU Saatgut, das möglicherweise durch diesen Erreger befallen sein kann, verbracht werden darf.

Weitere Infos unter www.ages.at

AGES


Autor:
Aktualisiert am: 30.06.2008 08:25

Mehr Infos zeigen
Landwirt.com Händler
  • Händlersuche
  • Händleranmeldung
  • Mediadaten
Landwirt.com User
  • Einloggen
  • Registrieren
Unternehmen
  • Kontakt
  • Team
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzinformation
  • Nutzungsbedingungen
  • Geschäftsbedingungen
  • Impressum
Apple Store
Get it on Google Play
HUAWEI AppGallery
Youtube