Fachgerechte Getreidelagerung

Getreide ist ein Qualitätsprodukt, das auch fachgerecht gelagert werden muss. Bautechnik und rechtliche Vorgaben bestimmen die Rahmenbedingungen.
Rundsilo mit glatten Silowänden.
Rundsilo mit glatten Silowänden.
Während der Körnerlagerung müssen Qualitätsbeeinträchtigungen der getrockneten Körner über Monate hinweg verhindert werden. Gesundheitliche Risiken im Kornstapel sind auszuschließen. Die Lager-Hygienemaßnahmen des Landwirts haben damit zum Ziel, eine Beeinträchtigung der Lagerware
* durch Fremdstoffeinträge in das Lagergut aus der Umgebung (Kontamination mit Fremdstoffen)
* durch unerwünschte mikrobielle Vorgänge (Schimmelbildung; hygienische Beeinträchtigung)
* oder durch Schädlinge (Insekten, Nager, Vögel usw. - Kontamination durch tierische Rückstände) zu verhindern.

Nicht zuletzt gilt es, die Lagerverluste gering zu halten. An die Lagerung werden somit, unabhängig von der späteren Körnerverwertung als Marktware oder als Futtermittel, hohe Anforderungen gestellt. Eine zeitgemäße Körnerlagerung beinhaltet damit:
* eine fundierte Basishygiene,
* eine zeitgemäße Lagerhygiene sowie
* eine gezielte Kontrolle und Lagerüberwachung einschließlich einer umfassenden Dokumentation.

Lagerhygiene und Lagerbehälter
Unabhängig von der Form der Lagerzellen sind aus lebensmittelhygienischen Aspekten Körner nur in sauberen, baulich einwandfreien Lagerzellen aufzubewahren. Glatte, hygienisch einwandfreie, ritzenfreie und damit leicht zu reinigende Oberflächen und Böden der Lagerbehälter bilden die Grundlage einer zeitgemäßen Behälterhygiene.

Fazit
Landwirte produzierten bislang nach guter fachlicher Praxis verantwortlich Getreide für die Eigenverwertung, die Lebensmittelverarbeitung bzw. als Futtermittel. Neue rechtliche Rahmenbedingungen präzisieren die Hygieneanforderungen sowohl für die Verwertung als Lebensmittel wie auch Futtermittel. Für den Getreideerzeuger gilt es zukünftig, neben den Qualitätsanforderungen auch die gesetzten Sicherheits- und Hygienestandards einzuhalten und auch zu dokumentieren.

Autor: Prof. Dr. J. Eckl, Fachhochschule Weihenstephan


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Aktualisiert am: 09.02.2006 09:54
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