FIH-Generalversammlung in Ried

Die Besucher werden die diesjährige Generalversammlung des FIH in Ried lange in Erinnerung behalten. Professor Hengstschläger fesselte mit seinem Vortrag zum Thema „Die Macht der Gene in der Humanmedizin“ die Züchter. Weiters standen Zuchtrinderexporte, Lebensleistungen, genomische Selektion und der Tierschutz im Fokus der Versammlung.
Der FIH durfte bei der Generalversammlung viele Züchter auszeichnen, unter anderem die Besitzer von 18 100.000 l Kühen.
Der FIH durfte bei der Generalversammlung viele Züchter auszeichnen, unter anderem die Besitzer von 18 100.000 l Kühen.
Über 400 Personen sind der Einladung des FIH zur diesjährigen Generalversammlung nach Ried gefolgt. Obmann Johann Hosner konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen.

Rekord bei Zuchtrinderexport
2010 konnten über den FIH so viele Zuchtrinder wie noch nie exportiert werden. 5.263 Zuchtrinder wurden in Zusammenarbeit mit den Firmen in über 10 verschiedene Länder exportiert. Dies entspricht einer Exportquote von 87%. Der FIH hat vor allem bei neuen Exportländern wie Marokko oder Aserbaidschan eine Türöffnerfunktion für die österreichische Rinderzucht. Insgesamt haben 2010 2.060 verschiedene Betriebe Zuchtrinder oder Nutzkälber im Wert von € 12.613.000,00 über den FIH vermarktet. Die Aussichten für das heurige Jahr sind im Bereich der Zuchtrindervermarktung durchaus erfreulich. Die Preise sind bereits gestiegen.

Gesteigerte Lebensleistung und genomische Selektion
Einen Schwerpunkt im Bericht von Geschäftsführer Miesenberger bildete auch die Leistungsentwicklung. Einerseits nagt der Strukturwandel auch an den Mitgliedern des FIH, andererseits ist aber die Anzahl der Herdebuchkühe im Vergleich zum Vorjahr auf 38.594 Fleckviehkühe angestiegen. Erfreulich ist vor allem die weitere Steigerung der Lebensleistung. Die durchschnittliche Lebensleistung der im letzten Kontrolljahr abgegangenen Tiere betrug immerhin bereits 26.132 kg Milch. Die positive Entwicklung der Lebensleistung wirkte sich auch in einer sehr großen Anzahl von 100.000 l Kühen aus. Die fachlichen Herausforderungen im heurigen Jahr liegen in der Etablierung der genomischen Selektion, aber auch in der Weiterentwicklung des Tiergesundheitsdienstes und der Umsetzung des TGD Programmes Gesundheitsmonitoring. Eine große Unterstützung waren auch 2010 wieder die Jungzüchter. Der Höhepunkt war sicher die Jungzüchterausstellung beim Fest der Kuh. 2012 feiern die FIH-Jungzüchter ihr 20-jähriges Bestehen.

Die Töchter des Stieres HELLER (Hulock x Randy) zeigten sich sehr leistungsstark.
Die Töchter des Stieres HELLER (Hulock x Randy) zeigten sich sehr leistungsstark.
Die Macht der Gene
Prof. Dr. Markus Hengstschläger fesselte die Besucher der diesjährigen Generalversammlung mit seinem für alle leicht verständlichen Vortrag über die Macht der Gene in der Humanmedizin. An einfachen Beispielen zeigte Prof. Hengstschläger auf, was alles in den Genen steckt und wie man sich dies heute zum Beispiel in der Medizin zunutze macht. Prof. Hengstschläger warnte aber auch vor dem zu starken Einsatz einzelner Stiere in Zuchtprogrammen, da dies leicht in eine Sackgasse führen kann. Prof. Hengtschläger ließ keinen Zweifel daran, dass an der genomischen Selektion kein Weg vorbei führt und es hier viele Möglichkeiten gibt.

Überzogener Tierschutz wird abgelehnt
In seinen Grußworten bedankte sich ZAR Obmann Wagner beim FIH für die ausgezeichnete Zusammenarbeit. Gemeinsam wurden im letzten Jahr durch die ZAR zahlreiche Ausstellungen in verschiedene Länder beschickt, um Werbung für Zuchtrinder aus Österreich zu machen. Obmann Wagner zeigte sich zuversichtlich, dass die derzeitige Exportsperre für die Verbringung von Lebendrindern aus Österreich in die Türkei bald wieder aufgehoben wird. Vizepräsident ÖR Reisecker gab einmal mehr zu verstehen, dass Ausgleichszahlungen für den Fortbestand der bäuerlichen Landwirtschaft in Österreich absolut notwendig sind. Für die Beibehaltung der Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Landwirtschaft warnte Vizepräsident Reisecker vor überzogenen Tierschutzforderungen. Diese werden strikt abgelehnt. Er forderte in diesem Zusammenhang auch eine bessere Kennzeichnung der Lebensmittel.
Im Anschluss an die Generalversammlung wurde eine Nachzuchtgruppe des Stieres Heller (Hulock x Randy) präsentiert. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, den umgebauten Versteigerungsstall zu besichtigen.

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Aktualisiert am: 02.03.2011 08:40
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