FIH- Versteigerung: Nachfragerückgang in Ried

Bei der Zuchtrinderversteigerung am 28. April in Ried war das Angebot größer als zuletzt, die Nachfrage allerdings deutlich geringer. Die Folge waren empfindliche Preisreduktionen bei den weiblichen Großrindern.
Für die weiblichen Großrinder sieht der Markt zur Zeit nicht gut aus.
Für die weiblichen Großrinder sieht der Markt zur Zeit nicht gut aus.
Die Zuchtrinderversteigerung am 28. April in Ried verzeichnete einen starken Nachfragerückgang, was sich in einer deutlichen Preisreduktion bei den weiblichen Großrindern niederschlug.

Zuchtstiere von guter Qualität
Das Angebot der Zuchtstiere war groß und von sehr guter Qualität. Vier Stiere gingen in den Prüfeinsatz. Die Besamungsstation Grub kaufte zum Tageshöchstpreis von € 7.300,-- einen Manitoba-Sohn aus einer sehr rahmigen Roberto-Tochter, gezüchtet vom Betrieb Münch in Niederbayern. Ein Romtell-Sohn aus einer sehr eleganten Martl-Tochter, gezüchtet vom Betrieb Maislinger, Lochen, wurde von der OÖ Besamungsstation GmbH angekauft. Ebenfalls nach Hohenzell wechselte ein Ratgeber-Sohn aus einer sehr leistungsstarken Streller-Tochter, von der Betriebsgemeinschaft Berdetschlag, Bezirk Rohrbach. Alle drei Stiere wurden vom Aufzuchtbetrieb Faschang verkauft. Der Betrieb Stöger, Meggenhofen durfte sich ebenfalls über einen Prüfstier freuen. Den vom ihm gezüchteten Manitoba-Sohn erwarb die OÖ Besamungsstation GmbH. Leider wurden nicht alle Herdebuchstiere verkauft.

Milchkrise- Einfluss auf Versteigerung weiblicher Tiere
Bei den Erstlingskühen war die Qualität sehr unterschiedlich. Bedingt durch die niedrigen Milchpreise und den Aufruf der Molkereien, weniger Milch zu liefern, ließ die Nachfrage nach Kühen in Milch spürbar nach. Gegenüber der letzten Versteigerung sind die Durchschnittspreise um ca. € 80,-- auf € 1.554,-- netto zurückgegangen. Zahlreiche Verkäufer waren nicht bereit, ihre Tiere zu den gebotenen Preisen zu verkaufen. Man muss allerdings davon ausgehen, dass sich auch bei den nächsten Versteigerungen die Absatzsituation bei den Erstlingskühen nicht wesentlich ändert.

Die trächtigen Kalbinnen waren von sehr guter Qualität. Es erzielten allerdings nur sehr wenige Tiere Spitzenpreise. Den Höchstpreis erzielte eine sehr korrekte Madera-Tochter aus der bekannten Ausstellungskuh Sigi vom Betrieb Weinhäupl, Waldzell. Die Kalbin wurde vom Aufzuchtbetrieb König, Dorf/Pram, verkauft.

Enorme Verkaufsbereitschaft in der ganzen EU sorgt für Überangebot
Nachdem es keine Möglichkeiten für Exportankäufe in Drittländer gab, war die Firma de Poda aus Italien die einzige anwesende Exportfirma. Dank umfangreicher Ankäufe für Italien konnte für alle Tiere ein Angebot gelegt werden. Die Preisreduktion von € 225,-- gegenüber dem letzten Markt auf € 1.520,-- netto ist allerdings unzufriedenstellend. Durch die Situation am Milchmarkt ist allerdings in der gesamten EU eine enorme Verkaufsbereitschaft von Zuchttieren festzustellen. Es muss deshalb auch auf den nächsten Märkten mit einem Überangebot an Zuchttieren gerechnet werden.

Erfreuliches bei den Zuchtkälbern
Sehr erfreulich verlief die Versteigerung der weiblichen Zuchtkälber. Bedingt durch die umfangreichen Ab-Hof Exporte in den letzten Monaten gab es sehr reges Kaufinteresse. Den Höchstpreis erzielte ein Webal-Kalb, welches von einem Kärntner Züchter angekauft wurde. Die Nächste Zuchtrinderversteigerung in Ried findet am Dienstag, den 9. Juni statt. Wir ersuchen bei den weiblichen Zuchtrindern wirklich nur geimpfte Tiere anzuliefern, da vor allem der italienische Markt nur mit geimpften Tieren beschickt werden kann.


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Aktualisiert am: 30.04.2009 15:32

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