FARM-Symposium „Touristen aus dem Osten: neue Märkte – neue Chancen“

Experten aus der Tourismusbranche diskutierten am 6. März an der Landwirtschaftlichen Fachschule Ottenschlag über neue Trends des Tourismus in Österreich.
Das Thema „Touristen aus dem Osten“ stand im Mittelpunkt des Symposiums an der Landwirtschaftlichen Fachschule Ottenschlag.
Das Thema „Touristen aus dem Osten“ stand im Mittelpunkt des Symposiums an der Landwirtschaftlichen Fachschule Ottenschlag.
„Die Chancen für den heimischen Tourismus liegen zu einem Großteil im Osten. Vor allem im Winter profitiert Österreich von Gästen aus Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Polen und Russland. Daneben ist auch der Städtebesuch ein häufiges Motiv für einen Urlaub in Österreich“, analysierte Direktorin Ing. Agnes Karpf-Riegler beim Symposium. „Landwirtschaft und Wirtschaft müssen verstärkt kooperieren, damit langfristig der bäuerliche Tourismus erfolgreich ist“, betonte Landtagsabgeordneter Karl Moser. Auch wenn die derzeitige Wirtschaftskrise den Tourismus etwas bremst, so werden die Gäste aus dem Osten auch künftig an Bedeutung gewinnen,so der Tenor der Tourismusexperten.

Mehr Gäste aus dem Osten

„Die höchsten Zuwächse können wir bei Gästen aus Tschechien verzeichnen, gefolgt von Ungarn und Polen“, betonte Mag. Hans Embacher, Geschäftsführer von „Urlaub am Bauernhof“. „Besonders die östlichen Bundesländer in Österreich profitieren von den Ost-Touristen, weil sie schnell erreichbar sind und über attraktive Angebote verfügen“, so Embacher. Betrachtet man österreichweit den Bereich „Urlaub am Bauernhof“, so dominieren mit 60 Prozent die Gäste aus Deutschland, gefolgt von 30 Prozent Touristen aus Österreich und fünf Prozent Niederländern. Die restlichen fünf Prozent verteilen sich auf verschiedene Nationalitäten, wobei die Länder aus dem Osten mittlerweile zweistellige Zuwachsraten in der Nächtigungsstatistik verzeichnen können.

Internet wichtig für Urlaubsplanung

„Seit fünf Jahren haben wir mehr Gäste aus Ungarn und der Slowakei als aus Österreich“, erklärte Sabine Schenner, Vermieterin vom „Bodenhof“ in Wienerbruck im Alpenvorland. „Der Trend zu mehr Gästen aus den östlichen Nachbarländern hält ungebrochen an, auch im Sommer kommen vermehrt ausländische Gäste aus dem Osten“, so Schenner. Wobei die Gäste meist der so genannten A-Schicht, wie Ärzte, Manager und Akademiker, angehören und über ein höheres Einkommen verfügen. Das Internet ist auch bei „Urlaub am Bauernhof“ das wichtigste Medium für die Gäste – ca. 80 Prozent der Buchungen werden per E-Mail gemacht, erläuterte Schenner. Hans Schweiger, Obmann „Urlaub am Bauernhof Steiermark“, berichtete, dass im Ennstal bereits 15 Prozent der Gäste aus dem Osten kommen.

Markus Hann, Geschäftsführer von Waldviertel Tourismus, verwies auf den Aufbau von Tourismus-Kooperationen mit Tschechien. „Im Waldviertel ist der Ausflugstourismus aus dem Osten sehr stark vertreten. Der Wellnesstourismus steckt hingegen noch in den Kinderschuhen, wird aber gut angenommen“, betonte Tourismusexperte Hann. Am Nachmittag wurde das Kurzentrum Bad Traunstein besichtigt.


Aktualisiert am: 12.03.2009 16:58

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