FAO trotz Rekordernte über Ernährungssituation besorgt

Trotz einer Rekordernte in diesem Jahr ist die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) im Hinblick auf die Lebensmittelversorgung der Weltbevölkerung beunruhigt. Grund sei die Finanzkrise, die es Bauern in Entwicklungsländern erschwere, die Kosten für die Produktion aufzubringen.
"Die Finanzkrise der letzten Monate hat den Kreditmarkt verengt und Ungewissheit über die Aussichten für das nächste Jahr gebracht", erklärte eine Autorin des FAO-Landwirtschaftsberichts, Concepcion Calpe, heute laut dem Nachrichtendienst AP in Rom. Viele Bauern in Entwicklungsländern hätten Probleme, die Kosten für Saatgut und Dünger aufzubringen.

Günstiges Wetter und hohe Getreidepreise hätten zu einer Rekordgetreideernte von 2,24 Mrd. t geführt, heißt es in dem FAO-Bericht. Erstmals seit vier Jahren werde die Ernte voraussichtlich auch kurzfristige Nachfragen abdecken und die weltweiten Lager auffüllen. Sollte die derzeitige Ungewissheit über die Preisentwicklung anhalten, könnte dies zu einer neuen Preiserhöhungswelle im kommenden Jahr und 2010 führen, sagte Calpe. Die Folgen könnten die Proteste und Unruhen noch übertreffen, die es heuer wegen der Preissteigerung für Lebensmittel in vielen Staaten gegeben hat. Die Zahl der hungernden Menschen sei deswegen heuer auf 923 Mio. weltweit gestiegen.

Eines der Probleme der weltweiten Lebensmittelversorgung ist dem FAO-Bericht zufolge, dass die Produktion von Getreide weitgehend in den reichen Ländern konzentriert ist. Bauern in armen Ländern könnten oft nicht die Produktionskosten für den Anbau in ausreichender Menge aufbringen. (AIZ.info)


Aktualisiert am: 17.11.2008 10:36

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