FAO für mehr Stabilität an den Getreidemärkten

FAO-Generaldirektor Hafez Ghanem erwartet keine Lebensmittelkrise wie im Jahr 2007. Trotz der Ausfälle in Russland sei die Getreideernte die drittgrößte der Geschichte.
FAO-Generaldirektor Hafez Ghanem befürwortet Maßnahmen gegen zu starke Schwankungen am Getreidemarkt.
FAO-Generaldirektor Hafez Ghanem befürwortet Maßnahmen gegen zu starke Schwankungen am Getreidemarkt.
Angesichts des jüngsten Preisbooms an den Getreidemärkten befürwortet die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ein Einschreiten der internationalen Gemeinschaft, um die starken Schwankungen an den Märkten einzudämmen.


G20 sollen Führungsrolle übernehmen
Wie der beigeordnete FAO-Generaldirektor Hafez Ghanem vergangene Woche in einer Presseinformation erklärte, könnte die G20 als Gruppierung der wichtigsten Nationen eine Führungsrolle bei den Arbeiten zu mittel- und langfristigen Maßnahmen für mehr Marktstabilität übernehmen. Dazu könnten eine verbesserte Regulierung der Märkte, mehr Markttransparenz und die Schaffung eines ausreichenden Mindestniveaus an Lagerbeständen gehören. „Wir sollten eventuell eine Straffung des regulatorischen Rahmens für Futures in Betracht ziehen, um schädliche Effekte der Spekulation zu begrenzen“, sagte der seit 2007 in der FAO für Wirtschafts- und Sozialentwicklung zuständige Ägypter. Ghanem greift mit diesen Anregungen Forderungen französischer Politiker auf, die sich für eine verstärkte Finanzmarktregulierung ausgesprochen haben, die auch die Agrarmärkte erfassen soll. Vorschläge zu einem internationalen Lagermanagement an den Getreidemärkten sind ebenfalls nicht neu und waren in der Vergangenheit von russischer Seite vorgebracht worden.


Keine erneute Lebensmittelkrise
Ghanem betonte mit Blick auf die Ernährungssicherung, die aktuelle Lage unterscheide sich grundlegend von der Situation 2007/08, als die Getreidepreise sprunghaft gestiegen seien. Trotz der Ausfälle in Russland sei die Getreideernte die drittgrößte der Geschichte, während sich gleichzeitig die Bestände auf hohem Niveau bewegten. „Unter diesen Bedingungen glauben wir nicht, dass wir auf eine erneute Lebensmittelkrise zusteuern, doch werden wir die Entwicklung sorgfältig beobachten“, kündigte der beigeordnete FAO-Generaldirektor an. Als die Notierungen an den Börsen 2007/08 in ungeahnte Höhen geklettert waren, hatte sich die Zahl der Hungernden laut FAO-Schätzungen auf mehr als eine Milliarde Menschen erhöht. AgE


Aktualisiert am: 14.09.2010 08:24
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