Exporterstattungsausgaben der EU stark gesunken

Die EU hat in den vergangenen Jahren die Ausgaben für Exporterstattungen im Agrarbereich stark verringert. Im Jahr 2008 wurden erstmals weniger als 1 Mrd. Euro dafür aufgewendet.
Die EU hat ihre Exporterstattungen in den letzten Jahren immer wieder gesenkt - 2008 erstmals auf unter 1 Milliarde Euro.
Die EU hat ihre Exporterstattungen in den letzten Jahren immer wieder gesenkt - 2008 erstmals auf unter 1 Milliarde Euro.
Die Exporterstattungen im Haushaltsjahr 2008 machten mit 925,4 Mio. Euro nur mehr 2,2% der Gesamtausgaben des Fonds im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (42,2 Mrd. Euro) aus. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren beliefen sich die EU-Ausgaben für Exporterstattungen noch auf rund 10 Mrd. Euro Im Jahr 2003 umfassten die Ausfuhrhilfen noch 3,73 Mrd. Euro, zwei Jahre später waren es lediglich rund 3 Mrd. Euro und im Jahr 2007 sanken die Ausgaben in diesem Bereich auf 1,44 Mrd. Euro Die Erstattungen wurden zum Teil auch im Zusammenhang mit steigenden Weltmarktpreisen reduziert, die einen geringeren Stützungsbedarf zur Folge hatten. Speziell im Milchbereich waren diese Mittel seit dem Frühjahr 2007 bis zur Wiedereinführung in diesem Jahr ganz ausgesetzt worden. Im Zusammenhang mit den WTO-Verhandlungen hat die EU angeboten, die Exporterstattungen für Agrarprodukte bis 2013 auslaufen zu lassen.

EU ist Nettoimporteur von Agrarprodukten
Die Aussagen von Umwelt- und Entwicklungshilfe-Organisationen, die wiederholt Kritik an den Erstattungen geübt hatten, weil diese angeblich die Märkte in der Dritten Welt beeinträchtigten, werden durch den nun vorliegenden EU-Bericht relativiert. Die EU ist Nettoimporteur von Agrarprodukten und gilt als der bei Weitem offenste Markt für den Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus den Entwicklungsländern. Dies wird durch zahlreiche Präferenzabkommen dokumentiert. Weltweit ist die Europäische Union der größte Abnehmer von Agrarprodukten aus den Entwicklungsländern und führt von dort genauso viel ein, wie die USA, Japan, Kanada, Australien und Neuseeland zusammen. Rund 85% der Agrarausfuhren Afrikas und 45% der Exporte Lateinamerikas gehen in die EU. (AIZ)


Autor:
Aktualisiert am: 05.11.2009 19:50
Landwirt.com Händler Landwirt.com User