Experten-Interview: Freie Abferkelung

Die Haltung von Sauen in Abferkelständen steht in der Kritik vieler Tierschutzorganisationen. Das LSZ Boxberg betreibt die Abferkelung sowohl in konventionellen Kastenständen als auch als freie Abferkelung. Rudolf Wiedmann erzählt im „Landwirt“-Interview über seine Erfahrungen.
Rudolf Wiedmann vom LSZ Boxberg im Landwirt-Interview.
Rudolf Wiedmann vom LSZ Boxberg im Landwirt-Interview.
Der fortschrittliche Landwirt: Herr Wiedmann, in Boxberg erfolgt sowohl die konventionelle als auch die alternative Abferkelung. Wie hoch sind die Saugferkelverluste in beiden Systemgruppen?

Rudolf Wiedmann: Wir haben bei den Systemen mit konventioneller Abferkelung durchschnittlich 15 % und bei den alternativen Abferkelsystemen durchschnittlich 23 % Saugferkelverluste. Der im Vergleich zu anderen Untersuchungen sehr große Unterschied von acht Prozentpunkten hängt auch damit zusammen, dass bei uns in den Systemen der freien Abferkelung um durchschnittlich ein Ferkel mehr lebend geboren wird.

Der fortschrittliche Landwirt: Dennoch ist ein großer Unterschied festzustellen. Ist vor diesem Hintergrund überhaupt von Praxisreife zu sprechen?

Rudolf Wiedmann: Nein, wir haben derzeit noch kein praxistaugliches System für die breite Ferkelproduktion gefunden. Ich denke, wir werden noch fünf bis zehn Jahre arbeiten müssen, um in die Nähe der Aufzuchtergebnisse zu kommen, die wir bei der konventionellen Haltung in Abferkelständen haben.

Das Interview in voller Länge können Sie sich als Kurzvideo hier ansehen.


Aktualisiert am: 09.02.2012 16:26
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