Existenzbedrohende Milchpreise

Anlässlich der Grünen Woche in Berlin traten die im EMB (European Milk Board) organisierten Milcherzeuger europaweit gemeinsam für faire Preise für Erzeuger und Verbraucher ein.
In einer Presseaussendung des EMB aus Berlin hieß es dazu:

Im November haben die europäischen Agrarminister entschieden, die Quote auszudehnen. Die Auswirkungen sind schon jetzt spürbar. „Angebot und Nachfrage sind komplett aus dem Gleichgewicht geraten. Die Nachfrage sinkt, während das Angebot politisch gewollt weiter steigt.

In vielen Regionen Europas sind die Erzeugerpreise bereits weit unter die 30 Cent-Marke gerutscht“,erläuterte Sieta van Keimpema, Vizepräsidentin des European Milk Board (EMB). Die Existenz der Milcherzeuger ist dadurch akut bedroht.

Die Politik habe sich in Abstimmung mit Teilen der Molkereiwirtschaft für einen Rückzug aus der Regulierung des Marktes entschieden. „Motivation ist hierbei vor allem die Steigerung des Exportanteils der EU“, so Romuald Schaber, Präsident des EMB. So etwas - wie in der Finanzwelt aufgrund des Fehlens von Regulierungsmechanismen geschehen - dürfe im Bereich der Lebensmittelerzeugung auf keinen Fall passieren. „Ziel jeder Regierung, so Schaber, muss die sichere Versorgung der Bevölkerung mit vor Ort erzeugten hochwertigen Milchprodukten sein.“ Jean-Louis Naveau, Vorstandsmitglied aus Frankreich berichtete, dass auch in Frankreich die Gruppe der Milcherzeuger wächst, die sich gebündelt dem europäischen Dachverband der Milcherzeuger anschließt und kostendeckende Milchpreise sowie eine flexible Mengenregulierung einfordert.

niedrige Milchpreise schaden

„Auf den ersten Blick mögen niedrige Milchpreise für den Verbraucher verlockend wirken, weil er daran denkt, ein paar Cent zu sparen. Doch sie sind schädlich für uns alle, Verbraucher wie Erzeuger.

Lebensmittel sind wertvoll und können es nur bleiben, wenn sie unter guten Bedingungen für Umwelt, Mensch und Tier erzeugt werden“, betonte Schaber weiterhin. Das bedeute, dass die Erzeuger ihren Aufwand bezahlt bekommen müssen. Die gute Qualität der Milchprodukte sowie die Versorgungssicherheit für die Verbraucher hängen davon ab.

Diese Botschaft will das Konzept der fairen Milch mit seiner Kunstkuh Faironika vermitteln. Ernst Halbmayr, Mitglied im Vorstand des EMB, erläuterte: „In Österreich haben wir bereits eine faire Milch in den Supermarktregalen. Beim Kauf dieser Milch kann der Verbraucher sicher sein, dass der Landwirt eine faire Bezahlung für sein Produkt erhalten hat. Auch in anderen europäischen Ländern wird es bald eine zertifizierte „Faire Milch“ geben.“

weitere Infos: IG-Milch


Aktualisiert am: 22.01.2009 08:42
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