European Milk Board (EMB) trifft sich in Wales

Milcherzeuger arbeiten europaweit zusammen!
Der Erzeugermilchpreis ist seit 2001 in allen europäischen Ländern kontinuierlich gesunken. Angesichts von europaweit agierenden Molkereien und Supermarktketten und einer Europäischen Agrarpolitik können die Interessen der Milchviehhalter nicht erfolgreich allein auf nationaler Ebene und durch eine nationale Organisation vertreten werden. Die Milchviehhalter in Europa werden gezielt gegeneinander ausgespielt. Deshalb haben die Organisationen des EMB beschlossen, ihre Aktivitäten zu koordinieren und europaweit zusammenzuarbeiten: Im November 2004 wurden die Vorbereitungen für das European Milk Board begonnen.

Das European Milk Board ist eine Vereinigung europäischer Milcherzeugerorganisationen und Bauernvertretungen aus 11 europäischen Ländern. Unser erstes Ziel ist das Erreichen eines kostendeckenden Milchpreises: 40 Cent pro Liter Milch.

Diese 40 Cent sind der Basispreis, der Milchviehhaltern faire Lebensbedingungen sichert und der Milcherzeugung in Europa eine Zukunft gibt. Der Preis kann regional auch höher sein, darf aber als Mindestpreis in keinem Falle unterschritten werden. Im Zuge der konsequenten Weiterentwickung des EMB wird hier in Wales der Strukturaufbau festgelegt, werden Tätigkeitsbereiche (Marktanalyse, Milchpreisvergleiche, Koordination von Preisverhandlungen) definiert und die Aufstellung eines Verhandlungsteams geplant. Preissenkungen von Seiten der Molkereien, des Einzelhandels oder der Politik werden wir nicht mehr akzeptieren. Eine Preisgestaltung mit einer Weitergabe der Kosten von unten nach oben muss oberste Priorität sein.

Wir fordern die Molkereien auf, in ihre Zukunft zu investieren, indem sie ihre Unternehmenspolitik ändern und den Milcherzeugern kostendeckende Milchpreise zahlen.
Wir fordern den Einzelhandel auf, den zerstörerischen Preiskampf zu beenden, um eine nachhaltige Landwirtschaft in Europa zu ermöglichen. Der aktuelle Milchpreis entspricht in keiner Weise mehr dem tatsächlichen Wert des edelsten Lebensmittels „Milch“.
Wir fordern die Politik auf, den Außenschutz nicht abzubauen. Die Milchproduktion ist ein gesellschaftliches Anliegen, dies haben uns auch Gespräche mit Verbraucherorganisationen immer wieder gezeigt. Ernährungssouveränität muss deshalb die Basis der zukünftigen Handelspolitik sein.

Milchorganisationen in allen 11 Ländern bewegen sich für einen Basis-Milchpreis von 40 Cent. Immer mehr Milchviehhalter werden Mitglied und betreiben Aufklärung von Landwirten und Verbrauchern.

Alle Milcherzeuger gemeinsam erreichen ein faires Einkommen!

Koordinierungsstelle: Sonja Korspeter 02381/9053174, Kontakt zu Vertretern des EMB in den europäischen Ländern wird gerne hergestellt.


Aktualisiert am: 19.06.2006 09:01
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