Europaweiter Aktionstag – Bauernprotest in Wien

Beim Milchaktionstag der IG Milch Bauern morgen in Wien soll ein Forderungspaket an die Politiker übergeben werden. Weiters wird eine Imagekampagne für österreichische Milch mit dem Thema "Bauernsterben", die am 1. Mai startet, präsentiert werden.
Ablauf des Aktionstages in Österreich: Ab 10 Uhr Heldenplatz 11.00-11.45 Übergabe der Petition vor dem Parlament an Nationalratspräsidentin Prammer und an die Agrarsprecher der Parlamentsparteien Ab 12 Uhr Übergabe der Petition vor dem Landwirtschaftsministerium.
 Am Montag starteten zahlreiche Traktoren in den Bundesländern zur  Sternfahrt in die Bundeshauptstadt. Unser Bild zeigt Bauern aus dem steirischen Bezirk Murau bei der Abfahrt in Scheifling. 240 km bis nach Wien liegen vor diesen Teilnehmern der Proteststernfahrt.
Am Montag starteten zahlreiche Traktoren in den Bundesländern zur Sternfahrt in die Bundeshauptstadt. Unser Bild zeigt Bauern aus dem steirischen Bezirk Murau bei der Abfahrt in Scheifling. 240 km bis nach Wien liegen vor diesen Teilnehmern der Proteststernfahrt.


Aktionen in den einzelnen Ländern am 29.4.09:

  • Frankreich/ OPL: Kundgebungen mit Traktoren, Hängern, Faironikas, Milchkühen und Kälbern vor den Präfekturen landesweit, Gesprächmit Präfekten und Briefübergabe Treffen mit Agrarminister Barnier
  • Deutschland/ BDM: große Kundgebungen vor Landwirtschaftsämtern bundesweit mit Milchkühen und Faironikas
  • Spanien/ PROLEC: Anknüpfen an große Demonstration in Madrid vom 16.4. - großes Treffen von Milchbauern, Konsumenten, Politikernund Veterinärmedizinern in Katalonien
  • Italien/APL: große Demonstrationen mit Schleppern in ganz Norditalien
  • Tschechische Republik: Protestmarsch auf dem Platz des Bauern- Widerstandes in Chlumec nad Cidlinou (bei Hradec Králové )-
  • Dänemark/ LDM: große Kundgebung, gerichtet an die dänischen Kandidaten fürs EU-Parlament in Hovborg, Jütland
  • Niederlande/ DDB; NMV: Pressekampagne als Anknüpfung an diegroße Aktion "Nacht der Milch" vom 14. und 15. April
  • Belgien/ MIG: großer Schweigemarsch und Kundgebung vor demMinisterium in Namur mit Milchkühen und Faironikas, Gespräch mitMinister Lutgen
  • Luxemburg/ LDB: Pressekonferenz in Luxemburg Stadt: Bekanntgeben - 1. Politikern wird Ultimatum gestellt "Farbe zu bekennen"2. Schilderwald - macht aktuellen Milchpreis im ganzen Land bekannt


Verständnis für Bauern wächst

Während zahlreiche verärgerte und vom Preisverfall in ihrer Existenz bedrohte Milchbauern nach Wien zum Protest antuckern, scheint eine erste Welle der Solidarisierung mit dem Bauernstand loszubrechen. Der Holzverarbeitende Sektor der Wirtschaftskammer hat in einer Presseaussendung Verständnis für die Anliegen und Demonstrationen der Landwirtschaft insbesondere bzgl. des Milchpreisabsturzes gezeigt, ebenso der Vorsitzende der Bundesvertretung 9 – Gesundheit und Soziales in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst Johann Hable.

Agrarpolitik uneins

Während die Grünen und die Blauen ähnlich der IG Milch die prekäre Situation der Milchbauern anprangern und eine radikale Änderung der nationalen und EU- Milchmarktpolitik einfordern und einen wesentlichen Teil der Schuld den „hilflos zuschauenden schwarzen Agrarpolitikern“ in die Schuhe schieben, haben Teile der schwarzen Bauernbasis auch langsam die Nase voll vom eher trägen Vorgehen der offiziellen Agrarpolitiker und nehmen zumindest teilweise am IG-Protest teil. Tatsächlich lässt sich die derzeitige Milchkrise, deren Ursachen ja breitgestreut zwischen Produzenten, Verarbeitern, Politik und Konsumenten sowie Weltwirtschaftskrise zu suchen sind, nicht mit einer Protestfahrt beenden. Es bedürfte vielmehr mehrerer Schritte im Gleichklang, die da lauten könnten:

  • Milchmengen runter (zB europaweiter Lieferverzicht)
  • Politische Rahmenbedingungen schaffen, die Milchbauern stärken ( Die IG wird einen Forderungskatalog vorlegen!)
  • Werbung für Milch und Milchprodukte verstärken
  • Bekenntnis der Handelsketten zu regionalen heimischen Produkten aus der Berglandwirtschaft zu fairen Preisen.


Die europaweiten Protestaktionen des European Milk Boards EMB haben schon vor Beginn großes Medienecho bewirkt. Es ist anzunehmen, dass vor diesem Hintergrund die Sensibilisierung der Konsumenten mit der demnächst startenden IG- Milch Kampagne Bauernsterben besonders gut gelingt - zum Wohle der die Krise überstehenden heimischen Milchbauern der Zukunft.


Aktualisiert am: 29.04.2009 16:40
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