Europäisches Zentrum für Bio-Zuckerproduktion entsteht

Nach einer erfolgreichen Zwischenbilanz im Startjahr des ersten österreichischen Bio-Zuckerrübenanbaus sehen sich Agrana, die Österreichischen Rübenbauern und Bio Austria in ihrem ambitionierten Ziel bestärkt: Niederösterreich könnte sich als Zentrum des mitteleuropäischen Bio-Zuckerrübenanbaus etablieren. Bereits in der Anbausaison 2009 soll die biologische Anbaufläche von derzeit 330 Hektar verdoppelt werden. Für das zukunftsweisende Projekt werden Biobetriebe und Umstellungsbetriebe gesucht.
Starke Partner für die erste österreichische Bio-Zuckerproduktion: (V.l.n.r) DI Karl Erlach (Obmann Bio Austria – Niederösterreich und Wien), DI Ernst Karpfinger (Präsident Rübenbauernbund), Dipl.-Ing. Johann Marihart (Vorstandsvorsitzender Agrana) und Ing. Elfriede Berger (GF Bio Austria – Niederösterreich und Wien).
Starke Partner für die erste österreichische Bio-Zuckerproduktion: (V.l.n.r) DI Karl Erlach (Obmann Bio Austria – Niederösterreich und Wien), DI Ernst Karpfinger (Präsident Rübenbauernbund), Dipl.-Ing. Johann Marihart (Vorstandsvorsitzender Agrana) und Ing. Elfriede Berger (GF Bio Austria – Niederösterreich und Wien).
Auf dem großen Agrana-Schaufeld im niederösterreichischen Tulln finden sich Parzellen mit allen Kulturen, die von Agrana-Betrieben verarbeitet werden. Heuer wurden hier erstmals auch Bio-Zuckerrüben angebaut. Denn dank der Initiative von Bio Austria, der Agrana und den Österreichischen Rübenbauern ist es im Frühjahr 2008 gelungen, gemeinsam die erste österreichische Bio-Zuckerproduktion zu starten.

„Nächstes Jahr möchten wir die Anbaufläche verdoppeln und in der Folge auf rund 1000 Hektar erweitern – damit stünden uns bei einer guten Ernte 30.000 bis 40.000 Tonnen Bio-Zuckerrüben zur Verarbeitung und 3000 bis 5000 Tonnen Bio-Zucker im Vermarktungsbereich zur Verfügung“ – so Dipl.-Ing. Johann Marihart, Vorstandsvorsitzender der AGRANA Beteiligungs-AG und Präsident des Verbandes der europäischen Zuckerindustrie (CEFS).

2008 soll die Vermarktung noch zu 100% über die Vertriebsschiene Bio-Zucker für die Nahrungsmittelindustrie erfolgen. Doch bereits im nächsten Jahr möchte AGRANA-Vorstandsvorsitzender Dipl.-Ing. Marihart mit dem österreichischen Biorüben-Zucker direkt auf die Konsumenten zugehen:

„Ich bin zuversichtlich, dass wir seitens des Lebensmittelhandels und vor allem bei den Konsumenten volle Akzeptanz finden, um den heimischen Bio-Zucker nachhaltig zu etablieren. So kann ich mir gut vorstellen, dass die beliebte Marke ‚Wiener Zucker’ schon nächstes Jahr eine eigene Bio-Schiene bekommt. Durch die hohe Biobauern-Dichte ist für Dipl.-Ing. Marihart das Bundesland Niederösterreich prädestiniert, zu dem mitteleuropäischen Bio-Zuckerrüben-Zentrum heranzureifen.

Auf Grund der noch geringen Mengen erfolgt die diesjährige Verarbeitung in der kleinsten Fabrik im grenznahen, tschechischen AGRANA-Werk Hrusovany. Mit einer Mengensteigerung von 100% ist für 2009 die Verarbeitung direkt im Tullner Werk möglich. Die Logistik spielt mit der Einrichtung eines zentralen Lagerplatzes für Bio-Zuckerrüben eine wesentliche Rolle.

„Aus persönlichen Gesprächen weiß ich, dass für viele Landwirte die bisher noch fehlende Bio-Rübenproduktion ein großes Hindernis für eine Umstellung auf Bio war. Insbesondere im Weinviertel ist der Rübenanbau traditionell. Mit dem erfolgreichen Aufbau einer Bio-Rübenproduktion und Vermarktung können wir jetzt nicht nur bestehenden Biobetrieben ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein bieten, sondern öffnen auch vielen konventionellen Landwirten die Tür zum Biolandbau“ – so Ing. Elfriede Berger. Eine wesentliche Voraussetzung für einen langfristigen Erfolg des Projektes wird laut Ing. Berger ein guter Erzeugerpreis sein. Ist doch die risikoreiche Kulturführung beispielsweise im Bereich der Beikrautregulierung mit sehr hohen Personalkosten verbunden. Im heurigen Erzeugerpreis sieht Berger einen Kompromiss für das Startjahr.


Aktualisiert am: 25.07.2008 12:18

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