Ethanolweizen: Gewinn aus Stilllegungsflächen

Die Lagerhausgruppe bietet in der kommenden Getreidesaison erstmals Anbau- und Lieferverträge für Ethanolweizen an: Auf konventionellen Flächen und, als Besonderheit, auch auf Stilllegungsflächen - und das ohne Preisabschläge. Damit besteht für Landwirte eine interessante Möglichkeit zusätzliche Deckungsbeiträge zu erwirtschaften.
Vor kurzem erfolgte der Spatenstich für die Bioethanol-Anlage in Pischelsdorf bei Tulln (NÖ). Für den Betrieb der Anlage werden 450.000 bis 500.000 Tonnen Ethanol-Weizen als Rohstoff benötigt. Daraus ergibt sich eine Chance für die heimischen Landwirte, zusätzliche Einnahmen zu erwirtschaften. Neben dem Anbau auf „normalen“ Flächen, kann Ethanolweizen jetzt auch auf Stilllegungsflächen produziert werden. Diese Flächen müssen somit nicht mehr brach liegen, sondern können gewinnbringend genutzt werden.

Die Raiffeisen Ware Austria (RWA) und die Agrana Biodiesel GmbH (als Betreiber der Anlage) haben dazu folgende Details vereinbart:
• Die RWA bietet Anbau- und Lieferverträge auf Stilllegungsflächen an.
• Der Ethanolweizen wird in der Saison 2007/2008 zum Mahlweizenpreis 2007/2008 akontiert und abgerechnet.
• Die Agrana Bioethanol GmbH verpflichtet sich, den im Rahmen der Anbauverträge produzierten Ethanolweizen zu kaufen und zu übernehmen.
• Agrana bestätigt, dass die erforderlichen Verarbeitungszertifikate (gemäß der EU-Richtlinien) ohne Preisabschlag ausgestellt werden.

• Die RWA stellt sicher, dass der Lagerhausverbund die Erfüllung der Auflagen für die Produktion auf Stilllegungsflächen ohne Preisabschläge oder andere Vergütungen erfolgt. Damit kann der Lagerhaus-Verbund einen attraktiven Marktpreis sichern, denn es gibt keine Preisabschläge gegenüber Mahlweizen.
• Die RWA-Verträge bieten den Landwirten die Möglichkeit, aus fünf Sorten die für sie jeweils optimale zu wählen. Die Sorten sind: SW Maxi, Belmondo, Ilias, Kolumbus und Levendis.
• Es besteht kein Saatgutpflichtbezug.

Die geforderten Qualitätsnormen für Bioethanol-Weizen liegen unter jenen, wie sie für Mahlweizen gefordert werden. So wurden die Werte für Hektolitergewicht, Rohproteingehalt, Fallzahl und Sedimentationswert abgesenkt. Damit kann die dritte Stickstoffgabe entfallen.

„Wir bieten mit den Bioethanol-Verträgen eine attraktive Möglichkeit, stillgelegte Flächen wirtschaftlich gewinnbringend zu nutzen“, betont DI Ernst Gauhs, zuständiger Bereichsleiter der RWA. Interessenten können sich an ihr jeweiliges Lagerhaus wenden, wo sie die genauen Details. Die Verträge können ab sofort in abgeschlossen werden.


Aktualisiert am: 18.10.2006 14:00
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