Erzeugung von Nahrung und Energie - ein Widerspruch?

Ein weltweit verantwortungsvolles Miteinander von Nahrungsmittelerzeugung und Energie-produktion aus nachwachsenden Rohstoffen fordert eine Gruppe von Nichtregierungs- und kirchlichen Organisationen des Entwicklungs- und Umweltbereiches gemeinsam mit der Interessensvertretung der österreichischen Bauern.
Sofern die Energieproduktion aus nachwachsenden Rohstoffen ökologisch nachhaltig und unter sozial verträglichen Rahmenbedingungen geschieht, steht sie nicht im Widerspruch zur Lebensmittelerzeugung. Darin waren sich Dr. Ludwig Schwarz, Bischof der Diözese Linz; Rudolf Remler-Schöberl, Vorsitzender der AGEZ; Dr. Franz Fischler, Präsident des Ökosozialen Forums und ÖR Gerhard Wlodkowski bei einer gemeinsamen Veranstaltung in der LK Österreich einig.
Sofern die Energieproduktion aus nachwachsenden Rohstoffen ökologisch nachhaltig und unter sozial verträglichen Rahmenbedingungen geschieht, steht sie nicht im Widerspruch zur Lebensmittelerzeugung. Darin waren sich Dr. Ludwig Schwarz, Bischof der Diözese Linz; Rudolf Remler-Schöberl, Vorsitzender der AGEZ; Dr. Franz Fischler, Präsident des Ökosozialen Forums und ÖR Gerhard Wlodkowski bei einer gemeinsamen Veranstaltung in der LK Österreich einig.
KOO, AGEZ, Ökosoziales Forum Europa, die Landwirtschaftskammer Österreich und die Rübenbauern haben sich intensiv mit den ökonomischen, sozialen und ökologischen Auswirkungen des globalen Booms von biogenen Treibstoffen (Biofuels) auseinandergesetzt.

Chancen und Risiken
In einem Positionspapier zeigen die genannten Organisationen Chancen und Risiken dieser Entwicklung auf und fordern politische Rahmenbedingungen, die ein ökologisch und sozial verträgliches Wirtschaften ermöglichen – damit die Produktion von Nahrung und Energie kein Widerspruch sind. Sie begrüßen, dass Industrieländer mit strukturellen Überschüssen unter Einhaltung von ökologischen Vorgaben biogene Treibstoffe in einem begrenzten Ausmaß produzieren. Sie sprechen sich aber gegen die Produktion von Energie aus nachwachsenden Rohstoffen aus, wenn dadurch lokale Märkte, Ökosysteme wie Regenwälder und Savannen oder die wirtschaftliche Existenz von Kleinbauernfamilien zerstört werden.

Ausreichend Rohstoff für Treibstoffproduktion in Österreich
In Österreich wird laut aktuellen Studien langfristig gesehen genügend Getreide angebaut, um den Bedarf an Bioethanol zu decken. Es werden sogar größere Mengen Getreide exportiert. Gleichzeitig müssen Eiweißfuttermittel, teilweise aus Übersee, importiert werden. Bei der Erzeugung von Treibstoff aus biogenen Rohstoffen fallen Eiweißfuttermittel als Nebenprodukt an. Dadurch können wertvolle Synergien geschaffen werden. Für die Biodieselproduktion muss Österreich Pflanzenöle aus dem Ausland zukaufen. Ziel ist es, das vorwiegend aus östlichen Nachbarländern mit großen Produktionsreserven zu tun.

Gefahr für Nahrungssicherheit, Umwelt und Kleinbauern in Entwicklungsländern
Durch den steigenden Bedarf an biogenen Treibstoffen wird es in Entwicklungsländern gebietsweise zu einem Wettbewerb zwischen Nahrungsmittel und Treibstoff kommen. Bereits bestehende Probleme wie Hunger, ungerechte Verteilung von Land, Wasser und Saatgut sowie die Zerstörung von Umwelt und kleinbäuerlichen Strukturen können noch verschärft werden. Weltweit leiden etwa 850 Millionen Menschen an Hunger, obwohl laut FAO mehr als neun Milliarden Menschen mit Nahrung versorgt werden könnten. In Ländern wie Malaysia, Indonesien und Brasilien werden nach wie vor Regenwälder abgeholzt. Die intensive Produktion von Palmöl laugt die Böden aus und legt 20 Meter dicke Torfschichten trocken. Es gibt aber auch Beispiele die zeigen, dass die Produktion von biogenen Treibstoffen einen positiven Kreislauf auslösen kann (zB kleine Destillerien in Brasilien und biogener Brennstoff aus Jatropha für Kochstellen).

Preisentwicklung – Chance und Risiko
Durch die steigende Nachfrage können für Agrarprodukte bessere Preise erzielt werden, auch in Entwicklungsländern. Damit davon auch weltweit Bauernfamilien profitieren, die Armut bekämpft und der ländliche Raum entwickelt werden kann, sind neue und verbindliche Rahmenbedingungen notwendig.


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Aktualisiert am: 07.02.2008 06:49
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