Erzeugerpreis-Tief in Deutschland erreicht?

Mit Auszahlungspreisen von gegenwärtig zwischen 20 und 21 Cent pro kg im deutschen Bundesdurchschnitt dürfte ein "wirklicher" Tiefpunkt erreicht sein, heißt es in der BRD-Milchindustrie.
In Teilen Deutschlands bekommen die Produzenten sogar wieder einen Bonus für eine Mehranlieferung an die Molkerei.
In Teilen Deutschlands bekommen die Produzenten sogar wieder einen Bonus für eine Mehranlieferung an die Molkerei.
Derzeit bewege sich der Wert etwa 35% unter der entsprechenden Vorjahreslinie. Auch das Verhältnis zwischen dem Erzeugerpreis und dem Preis für Mischfutter sei auf eine für die Produzenten historisch schlechte Relation gefallen. Für den Gegenwert von 1 kg Mischfutter müssten derzeit 0,9 kg Milch produziert werden, vor einem Jahr seien es nur knapp 0,7 kg gewesen, berichtet Dow Jones News. Immer mehr Molkereien stemmten sich gegen diese untere Widerstandslinie.

Weltweit Zeichen der Besserung
Auch weltweit zeigen sich erste Anzeichen einer Konsolidierung am Milchmarkt. In Neuseeland sind die Preise für Vollmilchpulver - wie berichtet - schon wieder leicht gestiegen. Ebenso bewegen sich die Forderungen für den weißen Rohstoff auf dem Spotmarkt jetzt kaum noch unterhalb der Linie der aktuellen Auszahlungspreise. In einigen Regionen Norddeutschlands erhalten die Milcherzeuger bereits wieder einen Bonus, wenn sie zusätzliche Mengen an Molkereien liefern. Verschiedene Handelsketten in der BRD haben die Butterpreise leicht nach oben korrigiert.

Weiterhin auf schwierige Phasen eingestellt sein
Die vorsichtige Konsolidierung des Marktes ist auch für Monika Wohlfahrth von der Zentrale Milchberichterstattung (ZMB) mehr als überfällig. Allerdings sind, aus ihrer Sicht, "kurzfristig keine Höhenflüge der Erzeugerpreise zu erwarten". Die Handelsstrukturen, aber auch die weltweite Nachfrageentwicklung stehen für eine nur ganz langsame Erholung des Milchmarktes. Damit, so heißt es auf Seiten der Produzenten, müssen sich die Bauern auch weiter auf eine schwierige Phase einstellen. Die Produktion dürfte weiterhin unterhalb der betrieblichen Möglichkeiten gefahren werden. Dies zeigt die Tatsache, dass die Milchquote in der Bundesrepublik heuer nicht ausgenutzt wird und die saisonale Entwicklung der Erzeugung derzeit hinter den Normaljahren zurückbleibt. (AIZ)



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Aktualisiert am: 24.08.2009 14:49
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