Eröffnung der Bioethanolanlage Pischelsdorf

Anfang Juli wird die Bioethanolanlage der Agrana GmbH in Pischelsdorf bei Tulln eröffnet. Das Werk stellt eine Alternative dar, um die Biospritversorgung in Österreich zu sichern.
Mit viel Prominenz wurde das AGRANA-Vorzeigewerk in Pischelsdorf eröffnet.
Mit viel Prominenz wurde das AGRANA-Vorzeigewerk in Pischelsdorf eröffnet.
Die Anlage, die mit einem Investitionsvolumen von 125 Millionen Euro errichtet wurde, hat bereits im Juni den Probebetrieb aufgenommen. Das Land Niederösterreich hat dieses Projekt mit vier Millionen Euro unterstützt. Pischelsdorf ist für eine Produktionsmenge von rund 160.000 Tonnen jährlich ausgelegt. Für die Produktion werden Mais, Weizen und Rübensaft eingesetzt. Aktuell wird die Anlage mit Weizen und Mais im Verhältnis 50:50 bei einer Auslastung von rund 60 Prozent gefahren.

Ethanol als Benzinzusatz
Bei einer Vollauslastung reicht die Produktion für eine zehnprozentige Beimischung von Ethanol zu Benzin in Österreich aus. Derzeit liegen wir bei einer Beimengung von fünf Prozent. Die Erzeugung von Bioethanol ist ein wichtiger Schritt zu einer höheren Versorgungssicherheit in Österreich. Aus Umweltsicht ist festzuhalten, dass durch die Beimischung jährlich rund 400.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Wir müssen künftig alle Alternativen ausschöpfen, um zu einem vernünftigen Energiemix zu kommen, um autarker zu werden, betonte der niederösterreichische Agrarlandesrat Josef Plank. Da eine Bioethanolanlage aber auch eine Eiweißproduktionsstätte großen Stils ist, werden in Pischelsdorf jährlich bis zu 190.000 Tonnen des hochwertigen Futtermittels ActiProt erzeugt. ActiProt kann als Ersatz für Sojaschrot in der Tierfütterung verwendet werden. Dieses Nebenprodukt ersetzt rund 60.000 ha Sojaanbaufläche. In Summe wird die Agrana in Pischelsdorf jährlich bis zu 620.000 Tonnen Rohstoffe verarbeiten.


Aktualisiert am: 10.07.2008 10:38
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