Ernteergebnis 2013

Mit einer prognostizierten Menge von über 3,2 Mio. t. Getreide (ohne Mais) liegt das heurige Ernteergebnis deutlich über jenem von 2012. Bei Mais rechnet die AMA mit einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 20 %.
Österreichs Bauern haben dieses Jahr eine gute durchschnittliche Ernte bei Wintergerste, Winterweizen und Roggen eingefahren. Das berichtete heute die Agrarmarkt Austria (AMA) vor Journalisten. Die Rapsernte fiel mengenmäßig sogar sehr gut aus. Als sehr gut sei dieses Jahr vor allem die Qualität bei Weizen einzustufen. Rund drei Viertel der Erntemenge konnte als Premium- oder Qualitätsweizen eingestuft werden. Nur ein Viertel waren Mahl- und Futterweizen. Mit einer prognostizierten Menge von über 3,1 Mio. t. Getreide (ohne Mais) liegt das heurige Ernteergebnis deutlich über jenem von 2012 und dürfte in etwa mit 2011 vergleichbar sein.

Pflanzenschutz war wichtig
Auffällig sei aber, dass die Ernteergebnisse heuer regional sehr unterschiedlich ausgefallen sind, erklärte der Vorstandsvorsitzende der AMA, Günter Griesmayr. Vor allem im Osten Österreichs waren in diesem Jahr hohe Getreideerträge möglich. „Die lange andauernde kühle Einkörnungsphase im Juni hat der Ernte gut getan“, so Griesmayr. Wer heuer sparsam mit Pflanzenschutzmaßnahmen umgegangen ist, musste in diesem Jahr meist wesentliche Ertragseinbußen akzeptieren. Die Witterung im späten Frühjahr war geradezu optimal für die Entwicklung von Pilzkrankheiten.

Vor allem im Osten bzw. Südosten Österreichs drohen Totalausfälle bei Mais.
Vor allem im Osten bzw. Südosten Österreichs drohen Totalausfälle bei Mais.
Mais als Sorgenkind
Wesentlich größere Sorgen bereitet hingegen der Mais. Nach der oftmals späten Saat bei vielfach zu feuchten Bedingungen entwickelten sich die Maisbestände im Mai nur ganz langsam. Viel zu viel Regen und die kalten Temperaturen sorgten für „gelbe“ Maisbestände. Von einem Extrem fiel er dann in das andere. Im Juni kam die erste Hitzewelle mit 38° C und im Juli war das Wetter ähnlich. Vor allem im Osten bzw. Südosten Österreichs drohen Totalausfälle. Österreichweit rechnet die AMA mit einem Rückgang der Maisernte gegenüber dem Vorjahr um 20 %. Auch das große „Maisland“ Ungarn hat Hitzeprobleme. Laut Griesmayr ist davon auszugehen, dass Ungarn anstelle der durchschnittlich 6 Mio. t. Maisexporte in diesem Jahr nur 4 Mio. t. exportieren werden.

Getreidemarkt
Ob sich das am Getreidemarkt auswirkt, ist derzeit ungewiss. „Wenn Ungarn weniger exportiert, entlastet das natürlich den Markt in Österreich etwas“, warf Griesmayr ein. Er gab aber zu bedenken, dass für den Maismarkt vor allem die Ernteprognosen aus den USA wesentlich sind. Die Prognose der weltweiten Versorgungsbilanzen gibt aber derzeit wenig Grund zur Hoffnung, dass die Preise wesentlich steigen werden. Laut IGC wird weltweit eine Maisernte von 942 Mio. t. erwartet. Das sind 83 Mio. t. mehr als im Vorjahr. Dem gegenüber steht ein prognostizierter Verbrauch von 915 Mio. t. Damit wäre die Produktion von Mais in diesem Jahr erstmals seit fünf Jahren wieder höher als der Verbrauch. Allerdings könne es bis zur tatsächlichen Ernte noch Verschiebungen geben, sodass weiterhin gespannt auf die zukünftigen Ernteschätzungen von USDA und IGC gewartet werden darf.

Aktualisiert am: 06.08.2013 16:58
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