Erntebilanz 2007: Schwierig, aber gut

Zu trocken, zu heiß, aber auch zu nass und zu kalt – die Wetterextreme haben heuer besonders zugeschlagen. Dennoch können die steirischen Bauern insgesamt zufrieden sein. Kammerpräsident Wlodkowski und Kammerdirektor erläutern die Ernteergebnisse der einzelnen Kulturen.
Präsident Gerhard Wlodkowski und Kammerdirektor Winfried Eberl bei der Präsentation der Ernteergebnisse.
Präsident Gerhard Wlodkowski und Kammerdirektor Winfried Eberl bei der Präsentation der Ernteergebnisse.
G rünland: Regen und Trockenheit machten Probleme. Dennoch ausreichend Futtervorräte
Die überdurchschnittlichen Niederschläge im Mai machten die Futter-Konservierung den reinen Heubetrieben norme Probleme. Auch der dritte Aufwuchs brachte gute Erträge und eine gute Futterqualität. Unterm Strich haben die Rinderbauern ausreichend Futtervorräte in ihren Ställen.

Mais: Totalausfälle bis Spitzenerträge
Das Geheimnis des Mais-Anbaus lag 2007 in der extrem frühen Aussaat, konkret bereits Anfang April. So konnten die Kulturen die überdurchschnittlich hohen Niederschläge im Mai wesentlich besser verkraften, als jene, die später angebaut wurden. Ein späterer Anbau fiel in die Trockenperiode im April, was das Keimen der Pflanzen erschwerte und zu uneinheitlichen Beständen führte. Dieser Nachteil konnte in der gesamten Vegetationsperiode nicht mehr aufgeholt werden.
Auf Topstandorten dagegen sind Top-Mais-Ernten bis zu 15 Tonnen zu erwarten. Im Durchschnitt werden die Erträge 2007 auf 10.500 Kilo je Hektar geschätzt.

Getreide: Durchschnittliche Erträge
Bei Getreide konnten Top-Qualitäten geerntet werden. Die April-Trockenheit und Krankheiten verhinderten eine Rekord-Ernte. Durchschnittlich fiel die Wintergetreide-Ernte aus. Bei Gerste war die Ernte um acht Prozent niedriger als im Vorjahr, bei Weizen sogar um 15 Prozent.
Bei Sommergerste konnten nur zwei bis drei Tonnen pro Hektar geerntet werden, was einen Ertragsrückgang von 40 bis 50 Prozent bedeutet.



Raps: Rekorderträge
Obwohl Raps eine äußerst schwer zu führende Kultur ist, fuhren die heimischen Rapsbauern seit drei Jahren in Folge Spitzenerträge von vier bis 4,5 Tonnen pro Hektar ein. Dafür sind langjährige Erfahrungen und der geringe Schädlingsdruck trotz hoher Temperaturen verantwortlich. Die Durchschnittserträge lagen bei 3,5 Tonnen pro Hektar.

Kürbis: Gute Ernte erwartet
Bereits Anfang September begann heuer die Kürbisernte. Auch der Anbau erfolgte Mitte April um zwei Wochen früher. Erwartet wird eine gute Ernte von etwas mehr als 6000 Tonnen. Auch die Hitze und Trockenheit im Juli überstand der Kürbis auf guten Böden gut. Auf Trockenstandorten allerdings sind aufgrund der Juli-Witterung einzelbetrieblich Mindererträge zu erwarten. Auf guten Standorten werden sogar – ähnlich wie 2003 – Spitzenerträge von bis zu 1000 Kilo je Hektar erwartet.
Der steirische Ölkürbis ist die drittwichtigste Ackerkultur. Die Nachfrage nach steirischen Kürbiskernöl mit dem EU geschützten Herkunftszeichen ggA (geschützte geographische Angabe) steigt im In- und Ausland, insbesondere im Nachbarland Deutschland. Insgesamt wächst der Markt für Steirisches Kürbiskernöl ggA, die Nachfrage nach Kernen ist derzeit bereits rege.

Äpfel: Sehr gute Ernte mit sehr guten Qualitäten
Bereits Mitte August – mindestens zwei Wochen früher als in einem Normaljahr – begann die Apfelernte mit den Sorten Elstar, Arlet und Gala. Kommende Woche beginnt die Ernte bei den Hauptsorten Golden Delicious und Jonagold. Dann folgen bis etwa Mitte Oktober die Sorten Idared, Braeburn und Fuji.
Die Obstbauern erwarten heuer mit rund 190.000 Tonnen oder einem Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr eine sehr gute Apfelernte. Europaweit hingegen wird eine um 13 Prozent niedrigere Apfelernte erwartet. In Osteuropa wird sie sogar um 45 Prozent sinken.
Tendenziell sind die heurigen Äpfel etwas größer und zeichnen sich durch ein ausgewogenes Zucker-Säure-Verhältnis und somit durch eine ausgezeichnete Qualität aus.


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Aktualisiert am: 21.09.2007 12:04
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