Erfolgreiche Borkenkäferbekämpfung

Die erste 2009 gebildete Borkenkäfergeneration ist in manchen Gebieten schon seit Anfang Juli fertig entwickelt. Für heuer wird eine Eskalation der Borkenkäferschäden erwartet, sofern nicht mit geeigneten Maßnahmen bekämpft wird.
2009 wird mit einer starken Zunahme der Borkenkäferschäden gerechnet.
2009 wird mit einer starken Zunahme der Borkenkäferschäden gerechnet.
Der häufigste Fehler ist die zu späte Entfernung von befallenen Bäumen. Wenn am Baum braune Nadeln oder abfallende Rinde zu sehen sind, ist er bereits abgestorben, ein Großteil der Käfer hat den Stamm oder die Äste verlassen. Deshalb ist es wichtig, Borkenkäferbefall frühzeitig zu erkennen und befallene Bäume rasch aus dem Wald zu entfernen oder sie in geeigneter Form zu behandeln (Entrinden, Verhäckseln oder mit Stammschutzmitteln besprühen). Das befallene, aber auch das zunächst noch nicht befallene Holz darf auf keinen Fall so lange im Wald verbleiben, bis sich Borkenkäfer fertig entwickelt haben und aus den Brutsystemen ausschlüpfen.

Bäume beobachten
Um einer gefährlichen Vermehrung besonders des Kupferstechers vorzubeugen, sollte Schlagrücklass möglichst rasch austrocknen können (kurze Abtrennung der Wipfel und Restholzstücke, Hackguterzeugung), ansonsten entfernt oder behandelt werden.
Nach Bohrmehl soll zur Hauptflug der Käfer gesucht werden, also im April/Mai, Juli und eventuell noch Ende August/September. Das braune Bohrmehl sammelt sich häufig in Rindenritzen oder in Spinnweben. Bei Borkenkäferarten, die ihre ersten Attacken in der Baumkrone durchführen, muss man versuchen, Schwächesymptome und Reaktionen des Baumes, wie Fahlfärbung der Nadeln oder Harzaustritt, zu entdecken. Oft ist auch eine starke Spechtaktivität ein guter Hinweis.

Fangbaum und Fangtippi
Fangbäume sollten im Bereich vorjähriger Käferschadensflächen möglichst an Bestandesrändern (8-10 m Abstand zu befallsgefährdeten Fichten) gelegt werden. Sie dienen dazu, die im Boden oder in liegenden Stämmen überwinternden Borkenkäfer gezielt anzulocken. Die Vorlage geeigneter, nämlich gesunder Bäume der Ober- und Mittelschicht, sollte bereits im Frühjahr – zwei bis sechs Wochen vor Käferflug – erfolgen. Bei der zweiten Käfergeneration sind Fangbaumvorlagen nicht zielführend. Im Gebirge und in schwer bringbaren Lagen werden Fangschläge empfohlen. Beim Fangtippi werden Wipfelstücke mit entsprechenden Dimensionen in Form eines Zeltes zusammengestellt. Die Stämme werden mit Stammschutzmittel behandelt und mit einem oder mehreren Pheromonen beködert. Wenn der Fangtippi nicht begiftet wird, muss er wie ein Fangbaum behandelt werden. Um Stehendbefall zu vermeiden, sollte der Abstand zu den nächsten Bäumen zwischen 7 und 10 Meter betragen. Die Aufstellung kann unabhängig von der Hauptwindrichtung erfolgen. Die Käfer orientieren sich offensichtlich an der aufrechten Silhouette. Erste Erfahrungen aus Deutschland und Österreich haben sehr positive Ergebnisse gezeigt.

Pheromonfallen
Pheromonfallen eigenen sich optimal als Instrument zur Kontrolle des Flugverlaufes. Die Abschöpfwirkung von Pheromonfallen wird trotz ungeheuer großer Fangmengen häufig überschätzt. Auch bei hoher Fallendichte (24 Fallen/ha) hat man bei wissenschaftlichen Experimenten nur zirka 30 % der ausfliegenden Käfer gefangen. Bei Vergleichsuntersuchungen zwischen Fangbäumen und Pheromonfallen hat man ca. die gleiche Fangleistung erhoben. Für den Bekämpfungseinsatz im Wald bedarf es geschulter Forstexpertinnen und -experten, welche die erforderlichen Sicherheitskriterien strikt einhalten.

Weitere Informationen zum Borkenkäfer


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Aktualisiert am: 10.06.2009 10:31

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