Erdölpreise treiben Düngemittelpreise in die Höhe

Die Düngerkosten expoldieren, die Produktpreise steigen. Für ein gutes Ergebnis sind neben excellenter Produktionstechnik auch das Beobachten der Märkte und strikte Kostenkontrolle entscheidende Faktoren.
Manche Düngemittelpreise haben sich innerhalb eines guten Jahres fast verdoppelt
Manche Düngemittelpreise haben sich innerhalb eines guten Jahres fast verdoppelt
„Auch wenn immer wieder über die Preise der agrarischen Rohstoffe diskutiert wird, muss festgehalten werden, dass mit den Preissteigerungen für pflanzliche Erzeugnisse wie Getreide oder Ölsaaten noch nicht einmal das Niveau von vor 1995 erreicht ist. Gleichzeitig sind die Bauern mit einer durch den unaufhaltsam steigenden Rohölpreis getriebenen Kostensteigerung konfrontiert, die große Teile der Preissteigerungen bereits wettgemacht hat. Deshalb ist es für unsere Landwirte wichtig, die Märkte genau zu beobachten und die eigenen Kosten exakt zu kennen", erklärte Franz Stefan Hautzinger, Vorsitzender des Ausschusses für Ackerkulturen der LK Österreich und Präsident der LK Burgenland.

Getreide-Vermarktung: Mehrere Möglichkeiten
Für die Vermarktung der Ernteprodukte werden vom Agrarhandel unterschiedliche Systeme angeboten, aus denen die Landwirte auswählen können.
Fixpreis zur Ernte: Die Abrechnung erfolgt unmittelbar zur Ernte nach Ablieferung
Poolsystem: mit Akontozahlung zur Ernte nach Ablieferung und einer marktabhängigen Nachzahlung am Ende der Vermarktungsperiode
Lohneinlagerung: Ablieferung zur Ernte, Verkaufszeitpunkt bestimmt der Landwirt auf Grundlage seiner Markteinschätzung
Preisabsicherung: Ablieferung zur Ernte, mit Festsetzung eines Verkaufstermins durch den Landwirt vor der Ernte und Abwicklung des Termingeschäftes durch den Handel
Eigeneinlagerung: Ware verbleibt bis zum Verkaufstermin, der vom Landwirt bestimmt wird, im betriebseigenen Lager.

Welche Variante für den Ackerbauern am besten geeignet ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Es ist beispielsweise zu klären, wie hoch die Kosten für eine mögliche Eigeneinlagerung einschließlich der Kosten für die Gesunderhaltung der Lagerbestände liegen, wie zuverlässig die Beurteilung der Marktentwicklung und wie hoch die Zinsbelastung für Zahlungstermine ist.

Betriebsmittelpreise dramatisch gestiegen
Die Preise für landwirtschaftliche Betriebsmittel sind in den letzten Monaten dramatisch gestiegen. Hauptursache dafür sind die gestiegenen Energiepreise infolge der explodierenden Rohölpreise. So beträgt der Preisanstieg bei Düngemitteln zwischen Herbst 2006 und Jänner 2008 bis zu 100 % bei Phosphordüngern und 55 bis 60 % bei Stickstoffdüngern. Die Teuerung bei Kalidüngern macht im selben Zeitraum rund 75 % aus.

Importzölle aufheben
Der Ausschuss hat daher einstimmig verlangt, dass für importierte Düngemittel keine Importzölle mehr eingehoben werden sollen. Diese verteuern die Produktion landwirtschaftlicher Produkte zusätzlich. Die Gefahr des Preisdumpings besteht angesichts der hohen Nachfrage ohnedies nicht. Vielmehr könnte so auch ein Beitrag zur Inflationsbekämpfung erzielt werden, da landwirtschaftliche Rohstoffe kostengünstiger produziert werden können. Zudem stehen Mitbewerbern auf internationalen Märkten diese Betriebsmittel kostengünstiger zur Verfügung als den heimischen Bauern.

OTS


Autor:
Aktualisiert am: 14.07.2008 11:33
Landwirt.com Händler Landwirt.com User