Enviro-Schwein kann Phosphor effizient verwerten

Forschern ist es gelungen, ein Schwein gentechnisch so zu verändern, dass es Phosphor mit eigener Phytase effizienter verwertet.
Enviropig ist der Markenname von an der Universität in Guelph in Ontario, Kanada, gentechnisch veränderten Yorkshire-Schweinen, welche die Möglichkeit haben, Pflanzen-Phosphor effizienter zu verdauen als andere Yorkshire-Schweine. Enviropigs produzieren in den Speicheldrüsen das Enzym Phytase und vererben diese Eigenschaft auch an ihre Nachkommen weiter. Wenn Enviropigs Getreide fressen, wird dieses durch das Kauen mit der Phytase vermischt. Die Phytase baut den pflanzlichen Phosphor im Verdauungstrakt ab, und dieser kann anschliessend effizienter aufgenommen werden.

Keine Phytase zugeben

Phosphor ist ein wichtiges Mengenelement und dient in erster Linie dem Aufbau des Skeletts. Das Futter von Enviropigs muss weder mit mineralischem Phosphor noch mit Phytase ergänzt werden. Sie sind gemäss der Universität Guelph mit dem pflanzlichen Phosphor genügend versorgt. Das ist bei gentechnisch unveränderten Schweinen nicht der Fall. Sie sind auf eine Phosphor- oder Phytase-Ergänzung angewiesen. Heute ist die Zugabe von Phytase ins Schweinefutter, insbesondere bei stickstoff- und phosphorreduziertem Futter, das zwei Drittel der Schweinehalter verfüttern, Standard, weiss Peter Spring, Dozent für Schweineproduktion an der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft SHL. So ist es den Schweinen möglich, 65 Prozent des in der Ration enthaltenen Phosphors zu verwerten.

Weniger P in Böden und Gewässern

Kot und Harn der Enviropigs enthalten je nach Wachstumsphase und Zusammensetzung der Futterration gemäss der Universität Guelph bis 60% weniger Phosphor. Somit trägt die Gülle von Enviropigs auch weniger zur Anreicherung von Phosphor in den Böden und Gewässern bei. Mit Enviropigs lassen sich Futterkosten und Phosphorausscheidungen einsparen. Da gemäss Peter Spring in der Schweiz die Futterergänzung mit Phytase pro Schwein (gesamte Mast) jedoch weniger als ein Franken kostet, haben gentechnisch veränderte Schweine nur einen geringen Mehrwert. Auch fehlen bis heute Daten, die zeigen, ob die Phosphorverwertung im Enviropig tatsächlich noch besser ist als mit Phytasezusatz. Nur dadurch könnte zusätzlicher Phosphor im Vergleich mit der Produktion mit NPR-Futter eingespart werden.

Die kanadische Umweltbehörde gab das Enviropig für die Produktion unter kontrollierten Forschungsbedingungen frei. Es könne Jahre dauern, bis das Enviropig Tests für die kommerzielle Nutzung und für die menschliche Ernährung bestehen werde, so Steven Liss, Umweltwissenschaftler der Universität Guelph, gegenüber dem Magazin «National Geographics» (Quelle: www.schweizerbauer.ch).


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Aktualisiert am: 11.05.2010 20:34
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